S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure in Berlin

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Flughafenbahnhof
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S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure in Berlin

Beitragvon Flughafenbahnhof » Dienstag 19. Dezember 2017, 21:49

Also in Berlin möchte ich lieber nicht als Fahrkartenkontrolleur arbeiten.

Was es hier alles für Geschichten gibt...

Beispiel: der Pressebericht der BZ vom 19.12.2017 berichtet von einem Schwarzfahrer mit besonders heftigen Verhaltensweisen: https://www.bz-berlin.de/berlin/lichten ... isenstange

Der Typ wirft einen Stein auf eine fahrende S-Bahn, dann greift er zur Eisenstange. Mit dieser bedroht er in Berlin am Bahnsteig zwei S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure - diese retteten sich in eine S-Bahn.

Dann flieht der 28-jährige Täter und wird gleich wieder Schwarzfahren erwischt. Diesmal konnten die S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure ihn festhalten und am S-Bahnhof Lichtenberg der Bundespolizei übergeben. Da die Polizei ihn gleich wieder laufen lässt, hat er vor dem Polizei-Revier schnell noch den Rückspiegel eines Polizeiwagens abgetreten - und bekommt dafür gleich noch eine Strafe obendrauf.

So langsam bekomme ich das Gefühl, dass Kleinkriminelle sich fast schon daran belustigen, dass man in Berlin gleich wieder laufen gelassen wird. In den meisten anderen Staaten gibt es so was nicht.

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Cmbln
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Re: S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure in Berlin

Beitragvon Cmbln » Mittwoch 20. Dezember 2017, 13:22

Fürs schwarz fahren kommt niemand in den Knast. Auch nicht außerhalb von Berlin. Und für die kindischen Trotzreaktionen wie Steine werfen und Auto kaputt machen kriegt er vielleicht eins auf die Mütze, aber mitnehmen tun sie ihn trotzdem nicht.
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S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure in Berlin

Beitragvon Flughafenbahnhof » Mittwoch 20. Dezember 2017, 21:31

In vielen anderen Ländern (z.B. in den USA) kommt man für solche Verfehlungen für viele Stunden in eine Polizeistation.

Die meiste Zeit verbringt man dort dann in einer Zelle (nicht selten zusammen mit vielen anderen - also in unangenehmer Gesellschaft), und genau das nervt die „auffällig gewordenen“ Kandidaten.

Vor allem in Berlin sind solche Kandidaten ruck zuck wieder auf die Straße. Danach passiert dann auch nicht mehr viel. Die lachen sich doch bucklig, weil sie gleich wieder draußen sind.

Das wenige, was gemacht wird ist meistens: Personalien feststellen und ein kurzes Protokoll schreiben, und dann so schnell wie möglich wieder laufen lassen. Als ob das irgendeinen von diesen Kandidaten nerven würde.

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Bewährungsstrafe für S-Bahn-Kontrolleure

Beitragvon Flughafenbahnhof » Mittwoch 27. Dezember 2017, 21:58

Nach der Attacke auf einen Fahrgast wurden die 3 S-Bahn-Kontrolleure letzten Freitag vom Amtsgericht Tiergarten der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung für schuldig gesprochen worden. Die drei Männer bekamen Bewährungsstrafen von jeweils sechs Monaten. Sie hatten vorletzten Sommer einen Fahrgast auf dem S-Bahnhof Friedrichsstraße umklammert und geschubst.
(S-Bahn-Kontrolleure als "S-Bahn-Schubser"?)

Medienbericht vom 27.12.2017 vom rbb: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... rteil.html

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Prügel-Kontrolleure nicht mehr im Einsatz

Beitragvon Flughafenbahnhof » Donnerstag 28. Dezember 2017, 21:18

Flughafenbahnhof hat geschrieben:Bewährungsstrafe für S-Bahn-Kontrolleure

Die verurteilten Prügel-Kontrolleure sind nicht mehr bei dem privaten Dienstleister Wisag beschäftigt.

Pressebericht vom DER TAGSSPIEGEL vom 28.12.2017: http://www.tagesspiegel.de/berlin/strei ... 97792.html

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Wieder S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure verurteilt

Beitragvon Flughafenbahnhof » Sonntag 7. Januar 2018, 13:01

Wegen Unterschlagung wurden nun erneut Berliner S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure verurteilt

Sie hielten gezielt Ausschau nach Touristen. Diese hatten zwar gültige Tickets, aber die Berliner S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure behaupteten, die Ticket wäre die falschen und damit ungültig. Dann kassierten sie in bar 60,00 EUR in bar pro Nase bei den Touristen ab und gaben noch nicht mal eine Quittung heraus. Das Geld haben sie dann einfach still und heimlich behalten. Dafür wurden sie nun verurteilt.

Pressebericht vom DER TAGESSPIEGEL vom 02.01.2018: http://www.tagesspiegel.de/berlin/verfa ... 06714.html

Wäre es nicht besser, man lässt in Berlin Bedienstete der Deutschen Bahn (Regio?) als S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure arbeiten, und nicht Leute von sonstigen privaten Firmen? Der Reputationsschaden für die Berliner S-Bahn - wegen den Leuten der Frankfurter Wisag - ist nicht unerheblich. Wie lange soll das so weiter gehen? Nicht zu vergessen, hier handelt es sich um die Reputation der S-Bahn von der Hauptstadt eines reichen Staates.

Wenn Bedienstete der Deutschen Bahn (Regio?) als S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure arbeiten, und auch wieder öfters als bisher kontrollieren, könnte man dadurch dem Problem mit den vielen Schwarzfahrern in Berlin entgegentreten, und nicht einfach nur das Problem auf z.B. "ausgebuchte Gefängnisse" verlagern.

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Harte Zeiten für Berliner Fahrkartenkontrolleure

Beitragvon Flughafenbahnhof » Sonntag 7. Januar 2018, 16:50

In der S-Bahn in Berlin zog ein Schwarzfahrer ein Messer, und drohte den S-Bahn-Fahrkartenkontrolleur, ihm „den Kopf abzuschneiden“.

Siehe Pressebericht von der HUFFPOST vom 06.01.2018: http://www.huffingtonpost.de/entry/berl ... e14dbb03cd

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Re: S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure in Berlin

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Sonntag 7. Januar 2018, 18:35

Um auf deinen "Wunsch" nach DB-Personal einzugehen, meinst du dass die sich nicht daneben benehmen oder unterschlagen könnten?

Es sind alles Menschen und man sollte besser schulen und vorher auswählen.


Eric
Frauen behandelt man am besten wie Diamanten, man trägt sie mit Fassung :)

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Wieder S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure verurteilt

Beitragvon Flughafenbahnhof » Sonntag 7. Januar 2018, 21:15

Ruhrpottfahrer hat geschrieben:... meinst du dass die sich nicht daneben benehmen oder unterschlagen könnten?

...wenn schon nach meiner eigenen Meinung gefragt wird...dann gerne ausführlicher: (wer eigene Meinung schreibt, kann auch besser "in die Pfanne gehauen werden")

ich bin unter anderem der Meinung, dass der Name Wisag derzeit den Schwarzfahrern in Berlin suggeriert, man könne so weiter machen, wie bisher. Bei dem, was vorgefallen ist, und bei dem, wie es in den letzten Jahren gelaufen ist, ist das auch kein Wunder.

Ich denke, es wäre hilfreich, wenn so schnell wie möglich in den Medien verkündet werden würde, wegen "einiger Vorfälle" und - um nun wirksamer gegen Schwarzfahrer vorzugehen - würde nun wieder von der Deutschen Bahn kontrolliert. Und dass nun anders kontrolliert wird (z.B. wirksamer) und auch öfters. Ob dann auch wirklich so anders kontrolliert wird, ist erst mal gar nicht so erfolgs-relevant.

Erfahrungsgemäß werden Mitarbeiter der Deutschen Bahn kaum wegen Unterschlagung, Körperverletzung usw. angezeigt oder verurteilt, da bei der Deutschen Bahn so was äußerst selten vorkommt.

Die Gründe sind vielfältig - aber sie sind nachvollziehbar:

Die Deutsche Bahn ist ein Arbeitgeber, für den man gerne bis zur Rente (Pensionierung) arbeitet. Dagegen sind Wisag und Co. Arbeitgeber, wo viele sagen: "Bis zur Rente mache ich dort nicht weiter!".

Die Gefahr, bei Fehlverhalten erwischt zu werden, schreckt deutlich weniger ab, bei einem Arbeitgeber, für den man ohnehin nicht bis zur Rente arbeiten möchte.

Und ich denke, es ist allgemein bekannt, dass Arbeitnehmer (z.B. Fahrkartenkontrolleure) = Menschen, beim Arbeitgeber Deutsche Bahn besser ausgebildet werden und nachgeschult werden, als Arbeitnehmer bei Sicherheitsfirmen, Sub-Dienstleister und Co.

Die Bezahlung, Zuschläge, Urlaub und die Regelungen wie Ruhezeiten usw. - das ist auch kein Geheimnis - ist bei der Deutschen Bahn besser als bei Sicherheitsfirmen, Sub-Dienstleister und Co.

Ihr könnt Euch ja mal die Homepage http://www.wisag.de anschauen, und Euch Euer eigenes Bild machen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Stand heute in Berlin viele "schwierige" Fahrgäste bei der Fahrkartenkontrolle denken: "...was wollt ihr denn, ihr seid ja noch nicht mal Deutsche Bahn..."

Das Schwarzfahrer-Problem in Berlin ist so groß geworden, dass schnell Lösungen her müssen. Oder man probiert auch neue Wege aus. So weiter machen, wie bisher, wäre ungut (das hatten wir schon zu lange). Wer meint, das Problem sei in Berlin ja gar nicht so groß, der kann ja mal googeln...

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"Nur" noch 291.000 Schwarzfahrer erwischt

Beitragvon Flughafenbahnhof » Samstag 3. Februar 2018, 06:25

Die Zunahme an S-Bahn-Fahrkartenkontrolleuren in Berlin zeigt Wirkung. Im Jahr 2017 gingen ihnen "nur" noch 291.000 Schwarzfahrer ins Netz.

Siehe Medienbericht von rbb 24 vom 02.02.2018: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... kehr-.html

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Berliner Fahrkartenkontrolleure vor Gericht

Beitragvon Flughafenbahnhof » Mittwoch 16. Mai 2018, 15:09

"Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Beleidigung, Betrug – es gibt mehrere Anklagen gegen Berliner Fahrkartenkontrolleure."

"Verantworten müssen sich an diesem Donnerstag vor dem Amtsgericht zwei angeklagte S-Bahn-Kontrolleure wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Einer der beiden soll einem Fahrgast bei einer Ticket-Kontrolle gezielt gegen das Schienbein getreten haben; der zweite Angeklagte soll einen anderen Mann minutenlang festgehalten haben, obwohl dieser ihm sein gültiges Semesterticket übergeben hatte."

Siehe Pressebericht vom Der Tagesspiegel vom 16.05.2018: https://www.tagesspiegel.de/berlin/oeff ... 46570.html

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Fahrkartenkontrolleure bleiben straffrei

Beitragvon Flughafenbahnhof » Donnerstag 17. Mai 2018, 21:58

"Zwei Kontrolleure der S-Bahn stehen wegen des Vorwurfs vor Gericht, einen Fahrgast festgehalten und getreten zu haben. Doch die Aussagen von Zeugen sind widersprüchlich."

"Das Gericht folgte der Staatsanwältin und sprach den 26-Jährigen frei. Das Verfahren gegen den 28-Jährigen wurde gegen Zahlung einer Buße von 100 Euro eingestellt."

Siehe Pressebericht der Potsdamer Neueste Nachrichten vom 17.05.2018: http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/1285225/

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Freispruch und Geldbuße für S-Bahnkontrolleure

Beitragvon Flughafenbahnhof » Freitag 18. Mai 2018, 09:31

Über den Ausgang dieses Körperverletzungsverfahrens schreibt auch die Berliner Morgenpost:

"Auf die Aufforderung eines Geschädigten, die Polizei hinzuzuziehen, sei ihm gesagt worden: "Das kostet in Deutschland 500 Euro". Zudem soll ihnen erklärt worden sein, das erhöhte Fahrgeld von 60 Euro sei sofort und in bar zu zahlen, wer kein Geld dabei habe, müsse eben mit einem Kontrolleur zum nächsten Automaten gehen. So präzise und sicher die Aussagen der Zeugen auch kamen, in einigen Details gab es Widersprüche, nicht verwunderlich nach so langer Zeit."

Siehe Pressebericht der Berliner Morgenpost vom 17.05.2018: https://www.morgenpost.de/berlin/article214316939

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Re: S-Bahn-Fahrkartenkontrolleure in Berlin

Beitragvon Meeresbiologe » Dienstag 5. Juni 2018, 23:43

Die Berliner S-Bahn hat ihre Kontrolleure nicht im Griff

In 30 Fällen musste das Unternehmen Personal aus dem Prüfdienst abziehen. Der Grund: Fehlverhalten gegenüber Fahrgästen – von Gewalt bis Betrug.

in insgesamt 30 Fällen Kontrolleure wegen Fehlverhaltens aus dem Prüfdienst abgezogen worden – ein erheblicher Anteil angesichts täglich eingesetzter 70 Personen.


https://www.tagesspiegel.de/berlin/pruegel-und-betrug-die-berliner-s-bahn-hat-ihre-kontrolleure-nicht-im-griff/22646672.html


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