Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen: Ein Reisebericht

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Fabian318
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Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen: Ein Reisebericht

Beitragvon Fabian318 » Donnerstag 19. Januar 2012, 12:25

Seit dem 10. Dezember 2010 gibt es die "Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen". Das Netz wird betrieben durch die Nordwestbahn, ein Tochterunternehmen u.a. der Veolia. Seit dem 11. Dezember 2011 wird auch die RS1 durch die Nordwestbahn betrieben.

Die Reise von Nordenham nach Bremerhaven habe ich schon früher mal gemacht, als dort noch DB-Züge fuhren, und ist dort zu finden: http://www.ice-treff.de/index.php?id=102480

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Quelle: Wikipedia - Wikipedia-Benutzer Sejutti (Andreas Jüttemann, BahnInfo)

Das Netz besteht aus vier Linien. Die Linien RS2, RS3 und RS4 fahren größtenteils stündlich, die RS1 halbstündlich, in der Hauptverkehrszeit zwischen Bremen Hbf und Bremen-Vegesack vier mal pro Stunde.

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Mit dem Regional-Express aus Osnabrück kam ich in Bremen an.

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Die S-Bahn-Fahrzeuge wurden 2010 und 2011 gebaut.

Die Nordwestbahn besitzt 18 drei- und 17 fünfteilige Triebzüge des Typs Coradia Continental von Alstom. Bis auf die zu kleinen Fenster sind es eigentlich prima Fahrzeuge, wie ich finde.

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Sitze 2. Klasse. Eine erste Klasse gibt es nicht, aber für eine S-Bahn reicht es eigentlich auch so.

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Mit der RS1 in Bremen-Vegesack angekommen.

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Bis 31. März muss man in Bremen-Vegesack noch umsteigen um weiter nach Bremen-Farge zu fahren, aufgrund fehlender Weichen und Signale.

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Die RS1 aus Bremen-Farge kommt an. Gut ist das "neue" Signal rechts und die neue Weiche zu sehen.

In Bremen-Vegesack gibt es also eine Art Rendezvous-Anschluss von der RS1 auf die RS1.

Zwischen Bremen-Vegesack und Bremen-Farge wurde die Oberleitung erst letzten Dezember fertiggestellt, zwischen 2007 und 2011 fuhr dort die Nordwestbahn mit Dieseltriebzügen (Talent), davor fuhr dort seit 1961 überhaupt kein Personenzug. Die Strecke ist nicht Eigentum der DB Netz AG, sondern der Farge-Vegesacker-Eisenbahn, inzwischen ein Tochterunternehmen der Captrain, früher Veolia Cargo.

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Die Farge-Vegesacker-Eisenbahn
Quelle: Wikipedia - Inselmann

Die Coradia-Continental-Triebzüge von innen:

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Sogar Steckdosen gibt es.

Die Strecke ist eingleisig, die Züge fahren alle 30 Minuten. Im Bahnhof Bremen Turnerstraße kreuzen sich die Züge und neben der Regio-S-Bahn wird die Strecke auch noch von Güterzügen genutzt.

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Endpunkt. Dort gibt es eine zweigleisige Abstellung.

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Die Bahnhofsschilder sind genauso wie die der DB, nur in einer anderen Farbe...

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Der Führerstand.

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Auch einen Nordwestbahn-Fahrkartenautomaten gibt es. Leider ohne Fahrplan, ohne Reservierungsmöglichkeit und ohne Fernverkehrsfahrkarten. Aber man kann auf alle möglichen und unmöglichen Arten und Weisen bezahlen.

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Wir fuhren wieder zurück nach Bremen-Vegesack, dieser Bahnhof sieht von außen nicht wirklich attraktiv aus.

Nun weiter nach Bremen-Burg. Dort zweigen von Bremen Hbf die Strecke nach Vegesack/Farge (RS1) und Bremerhaven (RS2) ab.

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Der Zug verlässt den Bahnhof Richtung Vegesack.

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Der Bahnsteig Richtung Bremerhaven.

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Angekommen in Bremerhaven-Lehe. Hier kann man Richtung Cuxhaven auf den Dieseltriebwagen der EVB umsteigen.

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Das Bahnhofsgebäude von Bremerhaven-Lehe.

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Mit dem Bus an der Weserfähre angekommen.

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Während der großen Sturmflut 1962 bereitete viel Wasser ein wenig Ungemach, aber glücklicherweise reichten dort die Deiche so eben aus.

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Blick Richtung Nordsee von der Fähre aus.

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Hinter uns der Hafen von Bremerhaven.

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Angekommen am anderen Ufer, in Nordenham-Blexen.

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Die Bahnstrecke (Bremen -) Hude - Nordenham lief früher weiter nach Nordenham-Blexen. Dies ist das ehemalige Bahnhofsgebäude.

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Gleise gibt es dort noch.

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Meines Erachtens sind die Abstände ein wenig zu üppig bemessen.

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Und wieder mit dem Bus angekommen, in Nordenham.

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Die Gleisanlagen von Nordenham, Blickrichtung Nord, Richtung Blexen.

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Und Blickrichtung Süd, Richtung Hude und Bremen.

Die Strecke der RS4 nach Nordenham zweigt in Hude von der Bahnstrecke nach Oldenburg und Leer ab. Eine nette Strecke durch die Wesermarsch, auf jeden Fall wert zu besuchen.

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Unser Triebwagen nach Bremen.

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Auf dieser Strecke ist noch eine Menge Güterverkehr, sogar ein Zugpaar ein Stück weiter als Nordenham bis Friedrichs-August-Hütte.

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Zeit zur Abfahrt.

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ZZA in Bremen.

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RS3 und RS4 stehen bereit.

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Selten mittlerweile: DB-Rot.

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Die Bahnsteighalle. ;-)

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Intercity Richtung Hamburg.

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...und auch der hat Ausfahrt.

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Zum Schluss noch das schöne Bahnhofsgebäude des Bremischen Hauptbahnhofes.

Fragen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen!
Zuletzt geändert von Fabian318 am Freitag 20. Januar 2012, 03:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen: Ein Reisebericht

Beitragvon Fabian318 » Donnerstag 19. Januar 2012, 13:01

Nach Anfrage auf DSO noch ein paar Sätze zusätzlich:

Dazu könnte ich wahrscheinlich noch zu wenig sagen, einmal mit DB Regio und einmal mit NWB auf der Strecke gefahren zu sein, reicht wahrscheinlich noch nicht für ein gute Qualtitätseinstufung.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass ich für einen Samstag doch erstaunt war, dass quasi alle Züge (außer dem nach Farge) recht gut besetzt waren. Nicht übervoll, halt genau richtig. Ich bleibe ja auch bei meiner Einschätzung, dass "S-Bahn" eigentlich ein wenig zu hochtrabend ist. Für die RS1 vielleicht, aber ansonsten fängt eine S-Bahn für mich doch erst bei einem Halbstundentakt - minimal - an.

So wie ich es auf der Bremerhavener Strecke und im Bahnhof Vegesack gesehen habe, würde es mich auch nicht wundern, wenn dies die S-Bahn mit den meisten Formsignalen ist. - Hat doch was, so der Mix von Alt und Neu. Insbesondere in Vegesack fand ich es erstaunlich, dass an der bestehenden Formsignalarchitektur noch geschraubt wird, damit demnächst von Gleis 1 sowohl Richtung Hauptbahnhof als auch Richtung Farge ausgefahren werden kann.

Was ansonsten noch auffällt: Drei Fahrten, einmal kontrolliert worden. - Den Zwangsumstieg in Vegesack zähle ich mal nicht als neue Fahrt. Keine schlechte Quote, aber sicher auch nicht repräsentativ, eher Zufall. Das Piepsen habe ich mal aus meiner Negativliste ausgeklammert, das wäre ja selbst bei neugebauten n-Wagen nicht anders.

Sitze sind gut, in der Tat etwas hart, aber umso ergnomischer. Besonders angenehm: Beim Nutzen der Kopfstützen ist der Hals nicht so merkwürdig nach hinten überstreckt, wie anderswo. Für eine S-Bahn mehr als okay, doch ist das Fehlen der 1. Klasse ein Nachteil: Höheren Bedarf bedarf es in einer S-Bahn zwar nicht, aber in der 1. Klasse im Nahverkehr geht es ja ohnehin fast nur um das Sitzplatzangebot.

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Cmbln
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Re: Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen: Ein Reisebericht

Beitragvon Cmbln » Donnerstag 19. Januar 2012, 19:01

Sehr schick! :-)

Und bisher hatte ich höchstens mal im Führerstand einer S-Bahn mein Handy laden können... nicht aber im Fahrgastraum! Ein Beispiel das Schule machen sollte..
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