Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Alles rund um die S-Bahn Stuttgart (Betreiber: DB Regio AG)
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Flughafenbahnhof
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Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Freitag 15. September 2017, 15:34

Wie mir aufgefallen ist, bedienen fast nur noch die S-Bahnen der neusten Generation (jedenfalls von denen, die im VVS-Netz verfügbar sind) die Strecke zum Stuttgarter Flughafen.

Ich habe Ende August 2017 einen Unfall live beobachten müssen, der sich am Bahnsteig ereignete. Ein weiblicher Fahrgast wollte im unterirdischen Flughafenbahnhof in die eben eingefahrene nagelneue S-Bahn einsteigen, ist aber mit einem Fuß an der recht hohen Kante des Einstiegsbereichs der neuen S-Bahn hängengeblieben (weil Fuß nicht hoch genug gehoben) und fiel sehr ungünstig auf die sehr harte Kante der S-Bahn im Einstiegsbereich. Es ist reichlich Blut geflossen. Es kam erst die Flughafenfeuerwehr mit einem Lösch-LKW (Lösch-LKW für Flugzeuge!!!) mit Blaulicht und Martinshorn - parkten oberhalb der S-Bahn-Station - und mit darin transportierten 3 Notfallsanitätern der Flughafenfeuerwehr. Das Unfallopfer wurde versorgt. Es wurden auch Flughafenmitarbeiter angefunkt - die zwecks Protokollierung auch gleich kamen (die mit der Flughafenfeuerwehr sonst wenig zu tun haben).

Vor dem Unfallopfer diskutierten die Mitarbeiter der Flughafenfeuerwehr mit den Flughafenmitarbeitern. Das Problem mit der zu hohen Einstiegkante bei den ganz neuen S-Bahnen ist denen schon länger bekannt. Man sammelt halt nun die Unfälle / protokolliert - aber da dies kein Gelände des Flughafens ist (sondern der S-Bahn), war es das dann auch. Da können die nichts machen.

Frage: kann man nicht beim Flughafen die alten S-Bahnen mit der normalen Einstieghöhe fahren lassen, und die neuen halt dort, wo es mit der Bahnsteighöhe passt? Wie viele Unfälle müssen da noch passieren? Am Flughafen kommen Millionen Fluggäste jährlich mit der S-Bahn, und haben Koffer usw. dabei. Die schauen beim Einsteigen nicht nur nach vorne, sondern auch auf den hinter sich her gezogenen Koffer - um andere nicht zu bedrängen. Die sind es auch gewohnt, dass normal die Bahnsteighöhe bei S-Bahnen passt.

Frage: wer genau bestellt diese neuen S-Bahn-Fahrzeuge? Offenbar versäumt hier jemand, bei der Bestellung, darauf zu achten, dass die neuen Fahrzeuge auch die passende Einstieghöhe haben? Mir kommt es so vor, dass eher darauf geachtet wird, dass die Türen bei den neuen S-Bahnen nicht mehr so laut "zu-knallen", wie die den S-Bahnen in Stuttgart um das Jahr 1993 rum.

Die Bahnsteighöhe im unterirdischen Flughafenbahnhof Stuttgart wurde mit dem Bau im Jahr 1992 fixiert, und seither nicht mehr geändert. Niemand kann sich also damit rausreden, und meinen, dass der Bahnsteig halt schon sehr alt sei.

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Freitag 15. September 2017, 16:51

Hallo erstmal,

auch wenn du neu im Forum bist und scheinbar nicht weißt, wie man mit Grußformeln einen Thread beginnt, folgendes:

Bestellt wird was der Verkehrsvertrag hergibt oder ein Zweckverband vorgibt.
Und wenn bis auf ein oder zwei Stationen, alle Stationen auf für S-Bahnen übliche 96cm Einstiegshöhe ausgelegt sind,
dann ist das eben so und der geneigte Fahrgast muß mal seine Augen aufmachen und aufpassen beim Einsteigen.
Das mag sich nun böse anhören, aber beim Fernverkehr steigt man auch Stufen hoch und kommt rein.
Und im Hausflur nutzt man auch Treppenhäuser ohne hinzufallen oder?

Leider ist tagtäglich zu beobachten, daß die Menschen immer sorgloser durch die Welt laufen und nicht mal in der Lage
sind die Einstiegshöhe eines Zuges zu beachten oder die richtigen Türen zu benutzen. Ich habe schon reichlich Leute gesehen,
die versucht haben entweder vorne beim Tf einzusteigen (weil gerade Tf-Wechsel war) oder innen in den Führerstand zu kommen,
weil sie entweder weiter durchgehen wollten oder eine Toilette suchten.
Frei nach Albert Einstein: "•Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."


In diesem Sinne, einen freundlichen Gruß an einen schreibenden S-Bahnhof-


Eric
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Freitag 15. September 2017, 21:25

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mich heute hier angemeldet, da mich der oben beschriebene Unfall stark beschäftigt. Mein hier gewählter Name "Flughafenbahnhof" kann dies unterstreichen.

Ich habe mehr und mehr den Eindruck, dass es bei den S-Bahnen immer weniger um den Menschen geht, als um irgendwelche wirtschaftlichen Interessen.

Wird der Fahrgast wirklich als "Kunde" gesehen?

Wenn ich das hier so lese, werden meine Befürchtungen nur bekräftigt. Der Fahrgast ist kein wertgeschätzter Kunde, sondern er ist eher nur Teil einer Schnittmenge aus z.B. unendlicher menschlicher Dummheit, der immer sorgloser durch die Welt läuft noch nicht mal in der Lage ist, die Einstiegshöhe eines Zuges zu beachten oder die richtigen Türen zu benutzen. Trotzdem muss ich erst mal schlucken - zumal mir das oben beschriebene Unfallopfer nicht gerade unbekannt ist.

Vielen Dank für die Info mit der Bahnsteighöhe von 96 cm. Das ist Neuland für mich. Ich habe habe eben gegoogelt, dass der Bahnsteig am Stuttgarter Flughafenbahnhof die richtige Bahnsteighöhe hat:

http://www.deutschebahn.com/de/geschaef ... age=20&x=1

Ich hatte das aber auch nicht anders vermutet, denn ich kenne diesen Bahnsteig seit dem Eröffnungstag der S-Bahn-Anbindung an den Stuttgarter Flughafen - und bislang hatten beide Bahnsteige und auch die bisherigen S-Bahnen die richtige Höhe.

Ich bin mir nicht so sicher, ob der Vergleich der Fahrgäste vom/zum Stuttgarter Flughafen mit den Fahrgäste in Reisezügen so passend ist. Bei Reisezügen sehen selbst kleine Kinder, dass der Bahnsteig meistens nicht die passende Höhe hat. Man hat am Reisezug viel mehr Zeit, zum Ein- und Aussteigen. Bei den S-Bahnen muss alles sehr schnell gehen, und man ist dort bei Citys und Flughäfen die Ebenerdigkeit auch gewohnt. Mir hat die Flughafenfeuerwehr erzählt, dass am Stuttgarter Flughafen die Eltern ihre kleinen Kinder beim hastigen Einsteigen an der Hand ganz schnell in die S-Bahn ziehen - da haben die keine Chance, und stolpern neuerdings schmerzhaft über die Kante. Viele Fahrgäste dort fliegen 1 x im Jahr in den Urlaub, und fahren nur deswegen mit der S-Bahn. Da fehlt dann nicht selten die (schlechte) Erfahrung. Dagegen sind Fahrgäste in Reisezügen sehr oft langjährige Bahnfahrer. Und es gibt sehr viele - so wie mich, der es bislang gewohnt waren, dass in Stuttgart in der City und am z.B. Flughafen die S-Bahnen ebenerdig zu erreichen sind. Fluggäste haben auch fast immer Gepäck dabei, und sie sind nicht selten sehr müde. Vielleicht ist es ja möglich, wenigstens auf der Flughafenlinie normale S-Bahnen einzusetzen.

Die Stuttgarter Stadtbahnen achten seit Einführung der Stadtbahn ausnahmslos auf die genaue Höhe der Bahnsteige und der Stadtbahnen (alle Generationen der Stuttgarter Stadtbahnen). Wer das lange gewohnt ist, rechnet nicht mit solchen "neuen" S-Bahnen.

Folgender Pressebericht macht deutlich, dass mit Millionenaufwand in Bahnsteigerhöhungen investiert wird (Stuttgarter S-Bahn-Netz):

https://mobil.lkz.de/nachrichten_artike ... 17350.html

Umso mehr frage ich mich, warum man sich dann von den (bisher) passenden S-Bahn-Fahrzeugen verabschiedet.

Soll man das wirklich immer alles kommentarlos hinnehmen? Ich habe die Hoffnung, in einem passenden Forum jemand zu finden, der ein wenig meine Gedanken versteht.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Freitag 15. September 2017, 21:47

Moin,

da nun auch eine freundliche Anrede existiert, bin ich mal so frei zu antworten.
Um eins vorweg zu nehmen, in diesem Forum geht es zwar um S-Bahnen (primär), aber wir sind
ein privates Forum was nix mit irgendwelchen Unternehmen zu tun hat (außer der ein oder andere arbeitet dort).

Zu dem Unfall kann ich mangels vor Ort sein nix sagen. Aber, wenn die Bahnsteige mit 96cm ausgestattet sind, dann passt das!
Denn auch die Bodenhöhe der (vermutlich) Züge der Baureihe 430 (wegen nagelneu) ist darauf ausgelegt.
Warum da nun ein Höhenunterschied existieren soll entzieht sich meiner Kenntnis. Dazu wäre ggfls. die S-Bahn Stuttgart anzusprechen.
Allerdings wage ich zu bezweifeln, daß man Höhenunterschiede hat. Dann wären die Züge gar nicht für die Strecke geeignet.

Und wenn ich mir anschaue, wieviele Fahrgäste mit den 430ern in Stuttgart (oder auch Frankfurt) Tag ein und Tag aus unterwegs sind ohne
"reinzustolpern", dann frage ich mich ob der Fehler nicht doch beim Fahrgast lag?
Ich will nix verharmlosen, aber der Vergleich mit dem Fernverkehr ist schon passend. Man könnte es auch mit Straßenbahnen und Bussen vergleichen.
Die haben meist auch mindestens eine Stufe zum Einstieg.

Was die Diskussion zum Thema "angeblich bekannter Höhenunterschied" betrifft, so ist mir das gänzlich neu.
Aber, wäre dem so, würde das Eisenbahnbundesamt (EBA) als Aufsichts- und Zulassungsbehörde mächtig auf den Putz hauen
und ggfls. sogar die Fahrzeuge auf bestimmten Strecken sperren!
Ob das wirklich "Millionen" Fluggäste sind die alle mit der S-Bahn kommen? Ich habe keine Zahlen dazu gefunden.
Lediglich die Angabe von über 10.000.000 Fluggäste am Airport. Allerdings sind davon auch viele die nur Zwischenstop machen
und umsteigen und weiterfliegen.
Wie gesagt, die Vorwürfe deinerseits kann ich hier nicht als gerechtfertigt gelten lassen, da wir nur deine Seite der Ansicht kennen.

Ich würde empfehlen entweder das EBA oder DB Regio Stuttgart/S-Bahn Stuttgart anzuschreiben und uns ggfls. das Ergebnis
wissen zu lassen.
Aus tagtäglicher Erfahrung mit den Zügen der BR423 und auch 430 (zumindest im Frankfurter Raum, aber baugleich) im S-Bahnverkehr weiß
ich um die nicht gegebenen Gefahren und die vielfach vorhandenen Unzulänglichkeiten der Fahrgäste. Denn sehr viele Menschen
bewegen sich auf Bahnhöfen und in Zügen, als wären sie zu Hause wo es evtl. keine Gefahrenquellen gibt.

Dein Einwurf, die FV-Reisenden seien oftmals Vielfahrer ist Unsinn. Eher sind die Fahrgäste in den S-Bahnen (gerade im Stau geplagten Stuttgart)
Vielfahrer und nutzen diese dann auch zum Flughafen!
Die wenigen "Neu- oder Wenignutzer" haben sowohl Augen im Kopf als auch (hoffentlich) Hirn im Kopf!

Erst heute morgen hat ein Fahrgast mit dem Rücken und einem dortigen Rucksack so bescheuert am Bahnsteigrand mit dem Rücken zum
einfahrenden Zug gestanden, daß es fast zum Unglück gekommen wäre. Das Smartphone war wohl wichtiger.
Nur ein anderer Fahrgast, der ihn auf seinen miesen Standort und die einrollende S-Bahn aufmerksam gemacht hat, hat schlimmeres verhindert.

Wie gesagt, ich halte deine Anschuldigungen für fehl am Platz ohne die Fakten der DB zu kennen.

Eric
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Freitag 15. September 2017, 22:47

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte geschrieben, dass Fahrgäste in Reisezügen sehr oft langjährige Bahnfahrer sind. Warum ist das Unsinn?

Die meisten Fluggäste hat der Stuttgarter Flughafen in den Sommerferien. Es kommen sehr viele Familien aus Baden-Württemberg. Eine Minderheit der gesamten Baden-Württemberger gebraucht im Alltag S-Bahnen, da sie bei ihnen im Alltag außer Reichweite sind. Im jährlichen Familienurlaub kann man mit Pauschalreisen gratis „Rail & Fly“ benutzten, und so kommt es nicht selten vor, dass man genau in dieser Haupturlaubszeit in den Genuss des Fahrens der S-Bahn Stuttgart kommt. Der Schwabe spart gerne, vor allem spart er sich die hohen Parkgebühren am Flughafen (für 1 bis 2 Wochen).

Darf man eigentlich mit dem Meterstab die tatsächliche Bahnsteighöhe nachmessen? Oder bekommt man dann Ärger? Kann es sein, dass bei den Gleisen im Tunnel beim letzten Mal zu viel bzw. zu hoch Schotter aufgefüllt wurde?

Vielleicht gibt es hier User, die die aktuelle Situation am Flughafenbahnhof Stuttgart kennen?

ich schaffe es leider nicht, hier Fotos hochzuladen. Zumindest das Foto "Avatar" zeigt den LKW, mit dem die drei Notfallsanitäter mit Blaulicht gebracht wurden.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Samstag 16. September 2017, 11:25

Sehr geehrte Damen und Herren,

inzwischen konnte ich weiteres erfahren. Bei den neuen Zügen ET 430 (zum Stuttgarter Flughafen) gibt / gab es "problembehaftete Schiebetritte".

Mit Einführung dieser neuen S-Bahn wurde in einer verteilten DB-Broschüre folgendes versprochen:

Taktile und kontrastreiche Ausführung aller Anforderungs- und Türöffnungstaster
Blindentastleiste innerhalb der vertikalen Türdichtung
Schiebetritt zur Spaltüberbrückung
Kennzeichnung der Einstiegsbereiche durch gelb eloxierte Trittleiste und Markierung auf der Vorderkante des Schiebetrittes
Lichtgitter/Lichtschranken an den Türen
Einstiegsbeleuchtung (Tritt)
Rampe für Rollstuhlfahrer
Türfindesignal
Türwarnsignale beim Öffnen und Schließen der Türen gemäß EU-Vorgaben

Nach einem Besuch von Vertretern des Verbands Region Stuttgart im Herstellerwerk von Bombardier in Aachen im Dezember 2010 waren alle begeistert von den neuen Elektrotriebzügen ET 430. Das besondere technische Schmankerl der neuen S-Bahn ist allerdings der bewegliche Schiebetritt an allen Türen. Wenn sich diese in einer Station öffnen, fährt die Leiste automatisch aus und überbrückt die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante. „Unsere S-Bahn baut dem Fahrgast eine Brücke“, heißt es bei Bombardier.

Das Eisenbahnbundesamt verlangt (verlangte wohl auch hier) eine Nachweisführung für die Erlangung der Inbetriebnahmegenehmigung. Der Nachweis ist rechnerisch oder graphisch zu erbringen. Aus den Vorgaben des Eisenbahnbundesamtes: "Die maximalen horizontalen und vertikalen Spaltabmessungen haben der TSI PRM Punkt 4.2.2.12 zu entsprechen. Für Fahrzeuge des Stadtschnellverkehrs, die planmäßig nur an Bahnsteigen mit einer Höhe von 960 mm halten, gelten die Regelungen dieses Dokuments sinngemäß."

Schiebetritte sind bei den neuen S-Bahnen EU-weit vorgeschrieben, es sei denn: "Diese Anforderung muss nicht erfüllt werden, wenn nachgewiesen wird, dass der Spalt zwischen der Kante der Türschwelle der Türöffnung und der Bahnsteigkante horizontal nicht mehr als 75 mm und vertikal nicht mehr als 50 mm beträgt."

Frage: wie kann ich dem Eisenbahnbundesamt belegen, dass diese Vorgaben (horizontal 75mm und vertikal 50mm) nicht eingehalten werden? Reicht hier die Zusendung von Fotos?

Was mache ich, wenn mir das Eisenbahnbundesamt einfach antwortet, dass dies ja bekannt ist, und deswegen die Schiebetritte zur Spaltüberbrückung vorgesehen sind (aber leider im Moment noch nicht funktionieren)?

Ich überlege mir, beim Eisenbahnbundesamt anfragen, ob denen die von der Flughafenfeuerwehr genannten Unfälle überhaupt bekannt sind.

Im schlimmsten Fall könnte das Eisenbahnbundesamt die Betriebserlaubnis entziehen: bis das Problem behoben ist.

Hier noch zwei Links:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 7bec2.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... b2ef1.html

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Samstag 16. September 2017, 11:40

Moin,

ich werde hier keine Empfehlung dazu abgeben.
Wenn ein Nutzer meint, er müsse sich mit dem EBA in Verbindung setzen obwohl das Problem dort sicherlich bekannt ist
(die Zeitungslinks sind 3 und 4 Jahre alt) und irgendwer an einer Lösung arbeiten wird.
Andersrum, bei wievielen hunderttausend Fahrgästen im Jahr sind wieviele Unfälle beim Einstieg passiert und wieviele
davon sind auf eigene Dummheit und Unachtsamkeit und wieviele auf technische Fehler zurückzuführen?


Viel Spaß bei der Kommunikation mit dem EBA.


Eric


P.S: Vor dem Abschicken eines Threads kann man per Vorschau schauen ob es passt. Wenn nicht, kann man abbrechen und
muß nicht immer schon eingestellte Texte komplett löschen.
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Samstag 16. September 2017, 12:18

Sehr geehrter "Ruhrpottfahrer",

die Idee, das EBA anzuschreiben, kam doch gestern von Ihnen. Sie hatten gestern hier geschrieben:

"Ich würde empfehlen entweder das EBA oder DB Regio Stuttgart/S-Bahn Stuttgart anzuschreiben und uns ggfls. das Ergebnis wissen zu lassen."

Heute empfehlen Sie es nicht?

Aber trotzdem, vielen Dank dafür. Die Homepage des EBA ist für mich eine interessante Informationsquelle.

Wenn Zeitungsartikel von 2014/2015 Probleme beschreiben, und diese Probleme heute noch aktuell sind, dann ist es eigentlich schon traurig. Sind dann die Fahrgäste schuld?

Wenn ein User im Internet bereits am 04.02.2015 schreibt: „Kurz gesagt: Am 430er stimmt nun wirklich einiges nicht (Fußbodenhöhe der Einstiege, Schiebetritte, …“, dann zählen wir halt jahrelang die Unfälle, und hoffen auf eine neue Generation von S-Bahnen.

Link:

https://s-bahn-chaos.de/2015/01/die-neu ... ment-16414

Danke auch für den Tipp wegen dem Löschen. Wissen Sie, wie man hier Fotos hochladet?

Ich habe schon lange rumprobiert, aber die Fotos kommen nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr User "Flughafenbahnhof"

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Samstag 16. September 2017, 12:28

Flughafenbahnhof hat geschrieben:Danke auch für den Tipp wegen dem Löschen. Wissen Sie, wie man hier Fotos hochladet?

Ich habe schon lange rumprobiert, aber die Fotos kommen nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr User "Flughafenbahnhof"


Siehe Punkt 6.3.3 viewtopic.php?f=2&t=11

Das einstellen von Fotos geht nur mit externen Anbietern oder eigenem Webspace.
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Samstag 16. September 2017, 16:34

Vielen Dank. Das klingt dort nun doch komplizierter, als gedacht.

Bislang bin ich nur immer auf eine Meldung gestoßen, die mich annehmen ließ, dass es einfacher wäre: "Wenn du eine Datei oder mehrere Dateien anhängen möchtest, gib die Details unten ein. Du kannst Dateien auch anhängen, indem du sie mit der Maus in den Beitragseditor ziehst."

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Samstag 16. September 2017, 16:59

Hier aus den Vorgaben für Bahnsteige, wie berechnet werden muss, damit vom EBA eine Betriebserlaubnis erteilt werden kann:

Bild



Hier der LKW, der mit Martinshorn und mit Blaulicht kam (wegen dem Unfall beim Einstieg in die S-Bahn) - und die 3 Notfallsanitäter der Flughafenfeuerwehr brachte:

https://abload.de/img/stuttgartaqs23.jpg
Zuletzt geändert von Ruhrpottfahrer am Dienstag 26. September 2017, 18:54, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Monsterbild verlinkt

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Montag 18. September 2017, 00:37

So sah der gewohnte Einstiegsbereich der früheren S-Bahn in Stuttgart aus - Einsteig mit minimalem Höhenunterschied und ganz vorne nur eine schmale Metallkante - dahinter der Kunststoffboden - der gleiche, wie im gesamten Innenraum:
Bild


...und so sieht nun der Einstiegsbereich der heutigen S-Bahn in Stuttgart aus - Einsteig mit unnötigem Höhenunterschied und mit breiten und rutschigen Metallelementen. So sieht "Fortschritt" aus:

Bild

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Dienstag 19. September 2017, 17:37

Laut Wikipedia wurden 83 neue S-Bahn-Züge vom ET 430 mit einem Auftragsvolumen von rund 400 Millionen Euro für die S-Bahn Stuttgart bestellt.

https://de.wikipedia.org/wiki/S-Bahn_Stuttgart

Laut einem Bericht im Internet hat die S-Bahn Stuttgart seit Februar diesen Jahres 97 neue S-Bahn-Züge der Baureihe ET 430:

https://bahnblogstelle.net/2017/02/02/b ... ter-s-bahn

Es wurden fast eine halbe Mrd. EUR in die Hand genommen, um die alten ET 420-Züge (die nun großteils in München fahren) auszutauschen - und sie mit den eigens für die S-Bahn Stuttgart konzipierten Züge der Baureihe 430 zu ersetzen.

Das Problem mit Schiebetritten ist (trotz der ganzen Jahre) nicht vom Tisch. Ich finde leider keine Artikel, die beschreiben, dass hier noch einer an einer Problemlösung arbeitet. Darüber aufregen tun sich aber scheinbar nur die, die wegen der unnötig hohen Einstiegshöhe schon mal zu Fall gekommen sind.

In Frankfurt hat man nun auch den ET 430 bestellt, aber nach dem Debakel in Stuttgart, mit Türen in passender Einstiegshöhe - und ohne die Schiebetritte.

Da ich nicht glaube, dass so schnell wieder mal rund eine halbe Mrd. in die Hand genommen werden, gehe ich davon aus, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis in Stuttgart wieder S-Bahnen mit normaler Einstiegshöhe fahren.

Das ist viel Zeit, um Unfallzahlen mit zu Fall gekommenen Fahrgästen (wegen der Stopler-Höhe an allen S-Bahn-Türen) zu sammeln.

Ich werde weiter recherchieren.

Zuerst dachte ich noch, das Problem betrifft nur den Flughafenbahnhof in Stuttgart. Inzwischen ist das aber eine ganz andere Größe.

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Verwarnung mit gut gemeintem Hinweis!

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Dienstag 19. September 2017, 17:43

Sodele,

da das hier kein "ich probiere mal rum und lösche dann meine Einträge wieder"-Forum ist, erwarte ich von DIR,
daß du vor dem Absenden eines Postings darüber nachdenkst was du machst. Wenn du wissen willst, ob ein Link funktioniert,
empfehle ich den Vorschaubutton und dann die Möglichkeit via rechtsklick mit der Maus den Link in einem neuen Tab oder Fenster zu öffnen.
Da mit dem erstellen eines Postings jedesmal eine Mailbenachrichtigung einhergeht, ist es sehr nervig wenn dann doch nix neues hier steht!

Ich brauche nur einen Blick ins Moderationsprotokoll zu werfen und sehe 13 Einträge von gelöschten Beiträgen deinerseits!
Lass es bitte.

Eric
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Dienstag 26. September 2017, 00:14

In München wäre ganz schön was los, wenn da S-Bahnen fahren würden, wo der Einstieg in die S-Bahn nicht eben-erdig wäre.

Hier ein Foto von der S-Bahn in München. Diese Aufnahme stammt vom September 2017 und wurde in der unterirdischen S-Bahn-Haltestelle "Isartor" aus einer S-Bahn heraus gemacht:


https://abload.de/img/sept2017twjx8.jpg
Zuletzt geändert von Ruhrpottfahrer am Dienstag 26. September 2017, 18:50, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Letztmalig das viel zu große Bild verlinkt um die Forenansicht nicht zu sprengen! Bitte beachten!

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Mittwoch 27. September 2017, 13:00

Der Link mit dem Foto von dem Feuerwehr-LKW geht leider nicht mehr.

Deswegen unten ein neuer Link. Ich habe nicht mehr die technische Berechtigung, meinen Beitrag (vom 16.09.2017, 16:59 Uhr) zu ändern.

Daher jetzt unten das Foto (800 x 600 Pixel).

Hier der LKW, der mit Martinshorn und mit Blaulicht kam (wegen dem Unfall beim Einstieg in die S-Bahn) - und die 3 Notfallsanitäter der Flughafenfeuerwehr brachte:

Bild

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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Donnerstag 28. September 2017, 01:25

Der Link mit dem Foto von der ebenerdigen Bahnsteighöhe in München geht leider nicht mehr.

Deswegen unten ein neuer Link. Ich habe nicht mehr die technische Berechtigung, meinen Beitrag (vom 26.09.2017, 00:14 Uhr) zu ändern.

Daher jetzt unten das Foto (800 x 600 Pixel).

In München wäre ganz schön was los, wenn da S-Bahnen fahren würden, wo der Einstieg in die S-Bahn nicht eben-erdig wäre.

Hier ein Foto von der S-Bahn in München. Diese Aufnahme stammt vom September 2017 und wurde in der unterirdischen S-Bahn-Haltestelle "Isartor" aus einer S-Bahn heraus gemacht:


Bild

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never ending story

Beitragvon Flughafenbahnhof » Donnerstag 28. September 2017, 02:15

Die Stuttgarter Nachrichten schrieben am 13.08.2014 im Artikel:

"Stolperfalle in den neuen Zügen"

"Die insgesamt rund 470 Millionen Euro teuren Fahrzeuge der Baureihe 430 seien „bundesweit Vorreiter bei den Standards für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste“, lobt die Bahn die Anschaffung. Dafür sollte der neue Schiebetritt sorgen – ein geriffeltes Alublech, das beim Halt unter jeder Tür herausfährt und den Spalt zwischen Zug und Bahnsteig minimiert.

Objektiv betrachtet ist das Gegenteil der Bahn-Versprechungen der Fall. Alle Schiebetritte sind, weil sie nicht funktionierten, bis Ende 2016 abgeschaltet. Die neuen Züge erweisen sich nun als Stolperfalle, der Einstieg wird zum Beispiel für Rollstuhlfahrer zum nahezu unüberwindbaren Hindernis. Das ist so, weil alle Einstiege der neuen Baureihe 9,5 Zentimeter über dem Bahnsteig liegen. Das sind genau sechs Zentimeter mehr als beim weiter eingesetzten Vorgänger (Baureihe 423) oder bald ausgemusterten Vorvorgänger (420)."

"Für den Verband Region Stuttgart weist Verkehrsdirektor Jürgen Wurmthaler jede Verantwortung für die Misere zurück. Ein ebenerdiger Einstieg sei im Bahnverkehr „nicht zu erreichen“, sagt er. Der nun neu zu entwickelnde Schiebetritt sei ein „etwas erhöhter Einbaukasten im Einstiegsbereich." Um wie viel erhöht, wisse er nicht.

Durch den Einbau sei der neue Zug auch im Innenraum an der Tür „natürlich nicht eben wie im 423er“. Der Zug sei vom Eisenbahnbundesamt zugelassen und von der Bahn abgenommen. Der Verband habe in seiner Ausschreibung eine Spaltüberbrückung verlangt. „Der Höhenversprung war kein Thema“, sagt Wurmthaler."

"Ein „Versenken“ des Schiebetritts in den Fußboden im Einstiegsbereich sei „technisch nicht möglich“, heißt es beim Hersteller Bombardier. Daher habe die Bodenhöhe über der Schienenoberkante vergrößert werden müssen."

Ich hatte es schon lange geahnt. Der hier altmodisch genannte "Höhenversprung" war bei den Bestellern der neuen S-Bahnen kein Thema. Und genau hier sehe ich die Verantwortung bei den Bestellern.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 64315.html


Bei einer "Kleinen Anfrage" im Landtag von Baden-Württemberg vom 12.01.2015 (Drucksache 15/6335) wird konkret die Frage gestellt:

"Trifft es zu, dass die vom Regionalverband in der Ausschreibung für die neuen S-Bahn-Züge geforderte „Spaltüberbrückung“, die Ende 2016 wieder aktiviert werden soll..."?

Hier antwortet der Verkehrsminister für die Landesregierung:

"Die DB Station & Service AG und die S-Bahn Stuttgart haben dazu Folgendes mitgeteilt: Bei der Konzeption der Neufahrzeuge der Baureihe 430 mussten die Vorschriften der Technischen Spezifikationen für die Interoperabilität (TSI) eingehalten werden. Dies sind technische Vorschriften mit Gesetzescharakter, die von der Europäischen Kommission für den Eisenbahnverkehr festgelegt werden. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist unabdingbare Voraussetzung dafür, dass Neufahrzeuge eine Zulassung durch die Genehmigungsbehörde erhalten, im vorliegenden Fall ist dies das Eisenbahn-Bundesamt. Eine dieser Vorschriften ist die TSI PRM (Persons with Reduced Mobility). Sie gilt seit 1. Juli 2008 für alle Neufahrzeuge und soll „eingeschränkt mobilen Personen“ den Zugang zum ÖPNV erleichtern. Die TSI PRM definiert u. a. das maximal zulässige Spaltmaß zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante und die Trittstufenhöhe zum Einstieg ins Fahrzeug."

Leider antworten die DB Station & Service AG und die S-Bahn Stuttgart hier nicht mit einer genauen Angabe: also wie viele cm das maximal zulässige Spaltmaß zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante haben darf - oder wie viele cm maximal der zulässige Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Bodenkante des Fahrzeugs haben darf. Der Begriff Höhenunterschied wird sogar ausgelassen, wodurch der Eindruck entsteht, dass der Höhenunterschied zwischen Bahnsteig zum Einstieg ins Fahrzeug ebenfalls "Spaltmaß" genannt werden könne.

Und weiter: "Der Schiebetritt, der im Neufahrzeug ET 430 voraussichtlich zum Einsatz kommen wird, erfüllt die Anforderungen der TSI PRM..."

Ich finde das ist schon eine sehr denkwürdige Antwort. Schließlich handelt es sich um eine Investition in Höhe von ca. einer halben Milliarde Euro. Die Schiebetritte waren den bestellenden Verantwortlichen so wichtig, dass bei der Bestellung das Thema Höhenunterschied offenbar gar nicht erwähnt wurde. Ich erinnere: der Höhenunterschied zur Bahnsteigkante lag beim ET 420 und ET 423 bei ca. 3,5 cm - und nun beim ET 430 plötzlich 9,5 cm. Die DB Station & Service AG und die S-Bahn Stuttgart antworten nun mit dem Wort "voraussichtlich". Ist es inzwischen egal, ob die Schiebetritte irgendwann auch mal funktionieren?

Weiter zur "Kleinen Anfrage" im Landtag, wo der Minister für Verkehr und Infrastruktur antwortet:

"Der Landesregierung ist nicht bekannt, auf welches Regelwerk oder welche technische Spezifikation diese von der DB Station & Service AG ausgewählten Kriterien für Barrierefreiheit Bezug nehmen."


Die aktuelle "TSI PRM" gemäß EU-Verordnung 1300/2014 ist in Deutschland am 01.01.2015 in Kraft getreten. Diese EU-Verordnung Nr. 1300/2014 ist am 18.11.2014 vom Präsidenten der EU-Kommission Jean-Claude Junker unterschrieben worden. Diese behandelt natürlich auch die beweglichen Trittstufen:
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4.2.2.11.2. Stufen zum Ein- und Ausstieg

(5) Außenliegende Stufen für den Einstieg dürfen eine maximale Höhe von 230 mm zwischen den Stufen haben und müssen mindestens 150 mm tief sein (Auftritt), unabhängig davon, ob es sich um feste oder bewegliche Trittstufen handelt.

(6) Ist ein Trittbrett als Verlängerung einer Türschwelle außerhalb des Fahrzeugs montiert und besteht kein Niveauwechsel zwischen dem Trittbrett und dem Boden des Fahrzeugs, so gilt dies nicht als Stufe im Sinne dieser Spezifikation...
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5.3.2.8. Einstiegshilfen: Bewegliche Trittstufen und Überfahrbrücken

(3) Ein geeigneter Mechanismus muss installiert sein, der die Stabilität der Vorrichtung sowohl in betriebsbereitem als auch in verstautem Zustand gewährleistet.
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Diese EU-Verordnung sieht keinesfalls vor, dass Schiebetritte längerfristig nicht funktionieren - und schon erst recht nicht, dass die (flächendeckend) 4 oder 5 Jahre lang ausgeschaltet bleiben. Die EU-Verordnung kann nicht so gelesen werden, dass eine nationale Aufsicht (z.B. in Deutschland das EBA) hier längerfristig darüber hinweg sehen darf.

Schiebetritte sind nicht vorgeschrieben, wenn der Spalt zwischen der Kante der Türschwelle der Türöffnung und der Bahnsteigkante horizontal nicht mehr als 75 mm und vertikal nicht mehr als 50 mm beträgt. Die EU-Verordnung ist aber so zu verstehen, dass wenn Schiebetritte verbaut sind, dann müssen sie auch funktionieren. Bedauerlicherweise musste laut Hersteller gerade wegen der Schiebetritte die Bodenhöhe vergrößert werden.

Die Stuttgarter Nachrichten schrieben am 28.06.2017 in ihrem Artikel: "S-Bahn steht vor langer Durststrecke":

"Im kommenden Jahr sollen die in der neuesten Fahrzeuggeneration (ET 430) verbauten und wegen ihrer Störanfälligkeit stillgelegten Schiebetritte wieder in Betrieb genommen werden."

Link: http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 15dcb.html

Am 5.07.2017 gab Herr Dr. Dirk Rothenstein (Vorsitzender der S-Bahn-Geschäftsleitung) der Presse zu Protokoll, dass das Ein- und Ausfahren der Schiebetritte zusätzliche "einige Sekunden" pro Haltestelle kosten würde. Das wäre "schmerzlich" beim "Kampf gegen die Unpünktlichkeit".

In München fahren die alten Stuttgarter S-Bahnen, und z.B. an den dortigen Tunnelstationen kann ich überall eine Ebenerdigkeit sehen, wo vermutlich nicht mal 1 cm Höhenunterschied besteht. In Stuttgart hatte man früher gerade mal 3,5 cm erreicht. Nun sind es plötzlich 9,5 cm.

Gebe ich auf der Homepage des Bayerischen Rechnungshofes im Suchfenster den Begriff "Schiebetritte" ein, kommt der Rechnungshof-Bericht vom 05.04.2017 - und dort wird das Problem mit den Stuttgarter Schiebetritten beschrieben.

Gebe ich auf der Homepage des Rechnungshofes von Baden-Württemberg im Suchfenster den Begriff "Schiebetritte" ein - kommt kein einziger Treffer.

Von einer grünen Landesregierung hätte ich mir mehr erwartet.

In Stuttgart kommen wegen der 9,5 cm seit Jahren viele geübte Rollstuhlfahrer nicht mehr ohne Hilfe in die S-Bahn.

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Flughafenbahnhof
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Mittwoch 1. November 2017, 14:20

Fotobeispiel einer S-Bahn mit ebenerdigem Einstieg - hier auf diesem Foto erkennt man die ideale Einsteigshöhe.

Das Foto zeigt eine ehemalige Stuttgarter S-Bahn in der S-Bahn Station "Rosenheimer Platz" in München im Oktober 2017:

Bild

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Flughafenbahnhof
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Re: Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe

Beitragvon Flughafenbahnhof » Mittwoch 1. November 2017, 14:58

Fotobeispiele der S-Bahn Station "Isartor" in München im Oktober 2017:

Dank des ebenerdigen Einstiegs: kaum geht die Tür auf, wird schon ausgestiegen:
Bild

Dank des ebenerdigen Einstiegs: die Tür ist noch gar nicht ganz auf, und schon ist man draußen:
Bild

Gut zu sehen ist der ebenerdige Eintiegsbereich in der S-Bahn Station "Isartor" in München:
Bild

Auch von außerhalb der S-Bahn erkennt man die ebenerdige Einstiegshöhe:
Bild

Gut zu sehen sind auch die dicht an der Bahnsteigkante bündig schließenden Türen (außen):
Bild


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