Spurbus Essen

Alles rund um die S-Bahn Rhein-Ruhr (Betreiber: DB Regio AG; Regiobahn GmbH; Abellio Rail)
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Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Donnerstag 2. April 2020, 09:04

Nachdem ich bis vor wenigen Jahren noch nie etwas von dieser Erfindung gehört hatte hab ich es gestern auch endlich geschafft mal damit zu fahren! Die Strecke geht vom Wasserturm in der Nähe des Essener Hbfs. in der Mitte der Autobahn A40 entlang bis Essen Kray:

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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Donnerstag 2. April 2020, 09:57

Moin,

da hast du trotz Virus die Reise auf dich genommen? :)
Im Ernst, dieses ist die letzte Strecke ihrer Art. Es gab sogar ein Stück Tunnelstrecke in Essen, wo
die Busse als E-Busse unterwegs waren, also Duo-Busse waren. Sogar mit Linksausstieg!
Alles Geschichte und vielleicht kommt doch irgendwann die Strab auf der Spurbusstrecke nach Kray wieder. Planungen und Begehren dazu gibt es auf jeden Fall!

Gruß

Eric
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Donnerstag 2. April 2020, 13:58

Momentan ist reisen entspannt, die Züge sind leer wie nie! Außerdem kann man günstig mit Privatbahnen fahren. Gerade in NRW verblutet man ja normalerweise bei den Fahrpreisen! :twisted: ;)
Der Abstecher zum Spurbus war eher spontan, ich hatte was dazu gelesen im Netz vorher.. Es ist die letzte Strecke aber die soll erhalten bleiben!
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Donnerstag 2. April 2020, 14:35

Cmbln hat geschrieben:Momentan ist reisen entspannt, die Züge sind leer wie nie! Außerdem kann man günstig mit Privatbahnen fahren. Gerade in NRW verblutet man ja normalerweise bei den Fahrpreisen! :twisted: ;)
Der Abstecher zum Spurbus war eher spontan, ich hatte was dazu gelesen im Netz vorher.. Es ist die letzte Strecke aber die soll erhalten bleiben!


:D

Der Spurbus ist so ein Politikum. Einerseits durch Unabhängigkeit vom permanenten Stau auf der A40 sehr beliebt und dadurch auch gleich zu geringe Fahrzeugkapazität in den Spitzenzeiten, zum anderen will so mancher Strab-Freund (auch Politiker je nach dem wer gerade das Sagen hat in Essen*) gerne wieder Schienen da liegen haben. Technisch wenig problematisch, Anbindung bestünde in Huttrop am Wasserturm auf jeden Fall.
Irgendwann wird der Spurbus einfach deshalb aufgegeben, weil es eine sehr teure Insellösung ist.
Die Busse müssen spezielle Führungsrollentechnik eingebaut haben und sind damit nur bedingt anderweitig einsetzbar, denn die Rollen knallen ggfls. gegen normale Bordsteine und gehen kaputt.
Auch aus Umweltaspekten wäre die Strab die bessere Lösung und vor allem auch in Sachen Kapazität.
Aber in Essen dauerte es schon immer etwas länger aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
Hier ein Link zum "DuoBus" der sogar unter eigener Oberleitung in der Spur fuhr:
http://www.obus.info/obus/deutschland/essen/index.htm

Gruß

Eric

*der derzeitige OB Thomas Kufen ist sehr Auto-affin (liegt wohl an den Eltern die mehrere Autohäuser betreiben), mal sehen wie lange noch :).
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Donnerstag 2. April 2020, 14:50

Obusse werden sicher in manchen Regionen noch mal aufleben, einfach weil man mit der heutigen Akkutechnik keinen Linienbus sinnvoll betreiben kann. Aber für Straßenbahnen ist die Zeit abgelaufen denke ich, dafür ist heute kein Verkehrsraum mehr vorgesehen wenn nicht schon eine vorhanden ist.
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Robby » Sonntag 5. April 2020, 22:28

Straßenbahnen machen nur auf Hauptachsen Sinn, während die Erschließung in der Fläche bzw. der peripheren Bereiche mit Bussen flexibler und bedarfsgerechter ist.

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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Montag 6. April 2020, 10:27

Robby hat geschrieben:Straßenbahnen machen nur auf Hauptachsen Sinn, während die Erschließung in der Fläche bzw. der peripheren Bereiche mit Bussen flexibler und bedarfsgerechter ist.


Ich vermute mal, du kennst die hier gegebenen Örtlichkeiten nicht?
Das ist nicht wie auf dem platten Land! Das ist eine Busverbindung zwischen den Stadtteilen Huttrop und Kray.
Die Autobahn ist die A40, eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands. Links und rechts Häuser bis an die Autobahn.
DAS ist Großstadt in Perfektion.
Hier fuhr früher auch die Strab nach Kray, bis die Autolobby der Meinung war, der Bus sei besser und man könne ihn auch
durch den Tunnel fahren lassen. Technisch und auch für Fahrgäste wäre die Strab deutlich besser aufgestellt, als der Bus.
Auch vom Fahrgastaufkommen im Normalfall.


Gruß

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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ralf_E » Mittwoch 8. April 2020, 20:03

Das in der A40 ist der verkümmerte Rest eines Systems, was in Essen wohl weniger wegen der Autolobby, sondern eher wegen der Geldgeilheit damals hier an gefangen wurde. Denn das Geld für alle Strecken kam vom BMFT, dem Bundesministerium für Forschung und Technologie.

Die erste Strecke (schon lange wieder abgebaut) in Fulerum am Südwestfriedhof wurde gewählt, weil die Straßenbahnstrecke stark Sanierungsbedürftig gewesen sein soll. Zudem war der eingleise Streckenabschnitt in Haarzopf allen schon länger ein Dorn im Auge.

Die zweite Strecke, die vom Stadion Uhlenkrug zum Stadtwaldplatz (auch abgebaut) wurde gewählt, weil man da für den geplanten Tunnelbetrieb verschiedene Dinge testen konnte. Als Beispiel den Oberleitungsbetrieb, mit verschiedenen Arten von Fahrbahnen und Spurführungen für den Bus und kombinierte Gleis- und Spurbusweichen.

Als letzte oberirdische Strecke kam dann die heute noch im Betrieb befindliche Strecke mittig der A40 dazu. Auch hier war die Straßenbahnstrecke stark sanierungsbedürftig und da kam das Geld für den Umbau auf Spurbus sehr gelegen...
In der Ortsdurchfahrt Kray (Die Spurbusse machten ursprünglich wie die Straßenbahn nur die kleine Runde zum Kray-Nord Bf und zurück) wurde die Straßenbahnoberleitung zu einer O-Busoberleitung umgebaut.
Ursprünglich war geplant, hinter dem Tunnel bis zur Endstelle Kray und wieder zurück vollständig elektrisch zu fahren, machte aber auf dem Stück der Autobahn den Fehler und hatte die Oberleitung der Straßenbahn komplett abgebaut und wollte für den Bus alles neu aufbauen, samt Ausleger und allem was dazu gehört.
Dadurch galt das dann als Neubau und es hätten aktuelle Auflagen erfüllt werden müssen, wie z.B. eine ein Meter hohe Schutzmauer zu errichten... (heute vorhanden, damals gab es nur Leitplanke und Gestrüpp als Trennung)
Hätte man die Straßenbahnleitung direkt gegen die für den Bus ersetzt, wäre das wohl kein Problem gewesen, weil es dann als Umbau oder Modernisierung gegolten hätte.

Und dann kam das größte Desaster: Die Tunnelstrecke :roll:
Wo nur der Bahnhof Porscheplatz von 1988 bis 1991 bedient wurde, hielten sich die Störungen in Grenzen, auch wenn da auch schon die Busse oftmals mit Diesel durch den Tunnel fahren mussten, weil die Systemumschaltung nicht immer so klappte wie sie sollte. Was meist am umschaltbaren Achsgetriebe lag, dass die Zahnräder klemmten (Zahn auf Zahn) und deshalb nicht in Endlage kamen.

Als dann die Tunnelstrecke verlängert wurde (für Straßenbahn und Bus) und die Rampe abgebaut, gab es nahezu täglich diverse "Entgleisungen" der Stromabnehmer, weil diese in der langgezogenen Kurve zum Rheinischen Platz bei den dort erlaubten 60 km/h ins schwingen gerieten und irgendwann vom Draht sprangen.
Später drosselte man die Geschwindigkeit der Busse auf (wenn ich mich recht erinnere) 30 km/h, was dann zwar keine "technischen" Störungen mehr verursachte, sondern zu Verspätungen der Straßenbahnen führte, denn neben Bussen gab es in 10 Minuten vier Fahrten der Straßenbahn pro Richtung! Also alle zwei Minuten eine Fahrt, bei dafür recht großen Blockabständen.
1994 war dann endgültig der Spuk mit den Bussen im Tunnel vorbei, zumindest auf Linie. Es wurden nur - um nicht Fördergelder zurückzahlen zu müssen - hin und wieder Leerfahrten mit den Bussen im Tunnel durchgeführt.


Die Experten streiten sich bis heute, was der Grund für diese ständigen Entgleisungen bzw der Schwingungen der Stromabnehmer waren.
Die einen behaupten, der Fahrweg aus Holzbohlen hätte die schaukeln lassen und deshalb wäre es zu den Schwingungen gekommen, die anderen sagen (und zu das denke ich eher) dass die Fahrdrähte zu "eckig" und zu stramm um die Kurve ging und die Stangen deshalb immer wieder "Nahrung" zum Schwingen bekamen.

Warum ich das Zweite auch glaube: Klar, die Drähte waren im Tunnel stramm gespannt, wie auch die der Straßenbahn. Wegen der Enge im Tunnel gab es auch keine andere Möglichkeit. Für das lockere hängen lassen des Fahrdrahts fehlte einfach der Platz.
Wenn man mal in Solingen schaut, wie im zick-zack da die Strippen teilweise hängen und mit hohem Tempo über die Landstraße (nach Burg) gebraust wird...da springt nix raus, weil dadurch dass der Draht locker hängt, dieser die Schwingungen dämpft....

Würde man heute eine Oberleitung für Busse in den Tunnel bauen, würde man sicher diese Art Stromschienen verbauen, wo der Draht ohne Knicke im gleichmäßigem Bogen durch den Tunnel geführt wird. Dann gäbe es diese Probleme nicht mehr. Aber damals gab es sowas noch nicht....

Übrigens gibt es bei YouTube eine ganze Reihe Videos zum Spurbus, inklusive der Tunnelstrecken....
Einfach mal "DUO-Bus Essen" in die Suche eingeben.

Nur ein paar Beispiele:
https://youtu.be/GT21wuS8DuM
https://youtu.be/kjUu5aW_gwQ
https://youtu.be/RPYG7h1U5G0



Sollte ich zu weit ausgeholt haben: Sorry. :roll:
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Mittwoch 8. April 2020, 20:13

Cool, danke für die erschöpfende Erklärung! Ideen haben oder hatten sie ja.. ;-)
Ich hab auf meiner vorletzten NRW-Tour sogar nen O-Bus gesehen, glaube in Wuppertal. Aber er fuhr mit Diesel und der Bügel lag nutzlos auf dem Dach.
Vielleicht sollte der VRR mal nach Eberswalde kommen, nördlich von Berlin! Da fuhren schon vor der Wende O-Busse und heute immer noch! Mit Strom aus der Oberleitung natürlich! Glaube die haben gar kein Dieselmotor.
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Mittwoch 8. April 2020, 20:15

Hallo Ralf,

danke für die Ausführungen und vor allem auch die Hinweise auf die Verfehlungen politischer Weise, nur um das
Geld abzugreifen!
Es ist an vielen Orten ja so, daß sobald es Geld vom Staat gibt, selbiges sehr oft unsinnig verpulvert wird.

Bestes Beispiel sind ja auch die derzeit "elektrifizierten" Autobahnkilometer für Elektro-LKW mit Stromabnehmern.
Eine Totgeburt, weil die Akkutechnik soviel Platz und Gewicht kostet, daß alle Spediteure die Haare raufen würden!


Gruß

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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Mittwoch 8. April 2020, 20:16

Cmbln hat geschrieben:Cool, danke für die erschöpfende Erklärung! Ideen haben oder hatten sie ja.. ;-)
Ich hab auf meiner vorletzten NRW-Tour sogar nen O-Bus gesehen, glaube in Wuppertal. Aber er fuhr mit Diesel und der Bügel lag nutzlos auf dem Dach.
Vielleicht sollte der VRR mal nach Eberswalde kommen, nördlich von Berlin! Da fuhren schon vor der Wende O-Busse und heute immer noch! Mit Strom aus der Oberleitung natürlich! Glaube die haben gar kein Dieselmotor.


Die Busse die in Wuppertal ohne Strom, aber dennoch mit Bügel auf dem Dach fahren, machen das auch nur auf wenigen kleinen Abschnitten. Denn die O-Busse fahren bis nach Vohwinkel!


Gruß

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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Mittwoch 8. April 2020, 20:22

Ja genau, Endstation Schwebebahn war das!
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ralf_E » Mittwoch 8. April 2020, 20:28

Cmbln hat geschrieben:Ja genau, Endstation Schwebebahn war das!



Genau, unter der Schwebebahn hängt zwar noch Fahrdraht, aber soviel ich weiß, kann man da gar nicht mehr elektrisch fahren, weil im Zulauf auf die Schwebebahn-Endstelle die Fahrtrichtung geändert wurde.
Die ziehen eine Haltestelle vorher schon die Stangen ein, fahren dann jetzt bis zum Bahnhof Vohwinkel der Eisenbahn und auf der Rückfahrt wird dann wieder eine Haltestelle hinter dem Schwebebahnhof wieder angedrahtet.
Aber das mit Diesel hat sich da auch bald erledigt, denn die Busse bekommen den Diesel ausgebaut und dafür Akkus...


O-Busse gab es früher eine ganze Menge. Essen hatte auch mal eine Linie von 1949 bis 1958 oder so die Ecke.


Um nochmal auf den DUO-Bus zurück zu kommen:
Heute würde man die Busse vermutlich auch ganz anders bauen. Mit rein elektrischer Kraftübertragung und wahlweise Strom aus der Oberleitung, oder per Dieselmotor (bzw Akku), wie halt in Solingen auch.
Nur damals musste es ein umschaltbares Achsgetriebe sein, welches zwei "Eingänge" besaß und dann Wechselweise auf die Kardanwellen des Dieselmotors und des Elektromotors umschaltbar war. Beim umschalten immer gut zu hören mit einem dicken *rumms* im Gebälk... Wer da hinten im Bus gepennt hat, war danach spätestens wach :lol: :lol:
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Mittwoch 8. April 2020, 21:06

Also die Kombination aus O- und Spurbus ist dann wirklich ne verkappte Straßenbahn. Wenn kein Platz dafür ist muss halt ne eingleisige Strecke reichen. Gibt's in Berlin so einige, unter anderem direkt vor meiner Haustür. Größtes Problem sind ortsunkundige Autofahrer die nicht damit rechnen dass ihnen auf ihrer Spur eine Tram entgegen kommt! Es kracht aber trotzdem sehr selten.
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Mittwoch 8. April 2020, 21:14

Der Witz ist ja, daß in Essen Huttrop am Wassertum direkte Anbindung an die Straßenbahn besteht, die Strecke
in der Autobahnmitte ist breit genug, denn die Strab in Essen sind nicht breiter als Busse, es wäre also alles
vorhanden und würde nebenbei sogar noch die Luft an der A40 verbessern :)

Mal sehen wie lange es dauert, bis man es den Bürgern versucht als absolutes Novum zu verkaufen und
wieder eine Strab nach Kray fährt :).

Gruß

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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ralf_E » Mittwoch 8. April 2020, 21:20

Cmbln hat geschrieben:Also die Kombination aus O- und Spurbus ist dann wirklich ne verkappte Straßenbahn.


Es geht ja noch mehr Richtung Straßenbahn. Namentlich O305GG ODer auch O305G2. Mercedes-Benz hatte in Rastatt ja eine Versuchsanlage für diverse Arten von Spurbusse.

O305G2 war dann dies hier:
http://www.omnibusarchiv.de/include.php?path=article&contentid=245&page=2

Ein Zwangsgeführter Bus, mit Einholmstromabnehmer, der mangels Lenkrad auch nie auf der Straße fahren konnte... :lol:
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Cmbln » Donnerstag 9. April 2020, 00:57

Aus der Richtung kommt wohl dann auch der Schwachsinn mit den Oberleitungs-LKW auf der Autobahn.
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Jesus » Donnerstag 9. April 2020, 15:36

Cmbln hat geschrieben:Vielleicht sollte der VRR mal nach Eberswalde kommen, nördlich von Berlin! Da fuhren schon vor der Wende O-Busse und heute immer noch! Mit Strom aus der Oberleitung natürlich! Glaube die haben gar kein Dieselmotor.

Die Solaris Trollino 18AC haben eine eingebaute Batterie, womit sie bis zu 5km ohne Oberleitung überbrücken können. Eine weitere Besonderheit in Eberswalde ist, dass dort die Bremsenergie in die Oberleitung zurückgespeist werden kann.
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ralf_E » Freitag 10. April 2020, 15:28

Jesus hat geschrieben: Eine weitere Besonderheit in Eberswalde ist, dass dort die Bremsenergie in die Oberleitung zurückgespeist werden kann.



Das ist keine Besonderheit, sondern schon lange Stand der Technik!
Bei Straßenbahnen wird das seit den 70er Jahren gemacht und die DUO's in Essen auch schon seit es sie gab, Mitte der 80er...

Eine echte Besonderheit kann man hier unter dem Bus erkennen. Das was da auf der Schiene liegt.

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Ein "Erdungsschuh", der sich im Stillstand automatisch absenkte.
Denn Bus und Strab hatten getrennte Stromkreise. Würde jetzt die Straßenbahnoberleitung auf dem Bus liegen, stünde der Bus unter Spannung und würde, weil er ja isoliert steht, keinen Kurzschluss auslösen, welcher den Strom abschalten würde...

Ob der Fahrer noch dran gedacht hatte, vor Weiterfahrt seinen linken Spiegel (elektrisch) einzuklappen, oder ob er sich später in der Werkstatt einen neuen holen durfte, ist nicht überliefert. :lol:

(Ausgeklappt wäre der Spiegel im Bahnhof Porscheplatz an die Stützpfeiler gekommen, weil die Busse für die aktuelle Gleislage zu breit waren. Vorbereitet zum umspuren auf normalspurige 2,65m breite Stadtbahn war der Bahnhof zwar, aber dazu hätte man sowieso die Bahnsteige umbauen müssen, weil diese dann auf 1m angehoben worden wären, weshalb unterhalb der Treppen/Rolltreppen auch diese Rampen sind.)
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Re: Spurbus Essen

Beitragvon Ralf_E » Freitag 10. April 2020, 16:30

Hier mal eine kleine Bilderserie aus früheren Zeiten.

Ausfahrt aus dem Bahnhof Porscheplatz (heute: Rathaus Essen) in Richtung Volkshochschule (heute: Hollestr.).
Nach rechts geht es nur per Schiene zum Hauptbahnhof.
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Die nächsten drei Bilder vom Berliner Platz (unterer Bahnsteig).
Besonders schön an den beiden Bahnhöfen mit Linksbahnsteig war, wenn die Umschaltung auf elektrisch nicht funktioniert hatte.
Dann wurden die Bahnsteige öfters mal mit Abgasen "gefegt", denn die Stelle zum Andrahten lag bereits in der Spur, sodass man nicht abweichend oberirdisch fahren konnte, denn in der Spur rückwärts fahren funktionierte nicht.
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Anfahrt an die Haltestelle Wasserturm.
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Die "Krayer Runde" im elektrischen Betrieb. Hier neben dem Krayer Marktplatz.
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Die erste aller Spurbusstrecken. Die in Fulerum am Südwestfriedhof. (stillgelegt und abgebaut)
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Und die zweite Strecke, die dem Betrieb im Tunnel am ähnlichsten war.
Im Vordergrund eine später (nach, meines Wissens, zwei Unfällen) ausgebaute kombinierte Spurbus- und Gleisweiche. Sowas wurde im Tunnel jedoch nie eingebaut.
Am 31.05.1986 fuhren hier auch zuletzt Straßenbahnen, zig Jahre später wurde in der Spur auch nur noch per Diesel gefahren, weil das Unterwerk wohl woanders gebraucht wurde.
Auch diese Strecke ist inzwischen abgebaut.
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Hier eine Karte von dem was ursprünglich geplant war.
Davon realisiert wurden (wie schon erwähnt) die Spurstrecken:
- Wickenburgstr. - Humboldtstr. (grün)
- Wittenbergstr. - Stadtwaldplatz (das kurze rot unten)
- Wasserturm - Kray, allerdings nur per Diesel
- Tunnelstrecke Porscheplatz, Rheinischer Platz, Berliner Platz bis Rampe Hans-Böckler-Str/Westendstr. (orange - ohne der Strecke über Hbf!)
- ohne Spur, die elektrische Runde in Kray
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