Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Alles rund um die S-Bahn Berlin (Betreiber: DB Regio AG)
Verkehrsfreund
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Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Verkehrsfreund » Dienstag 9. Mai 2017, 19:18

Hallo liebe S-Bahnfreunde,

mich würde einmal interessieren, welche Unternehmen Ihr, erfahrungsgemäß und/oder durch hören/sagen, für eine Ausbildung zum Triebfahrzeugführer empfehlen könnt? Gut, die deutsche Bahn sucht ständig aber für Berlin? da sieht es offenbar derzeit eher mau aus.

Mir geht es primär um einen Quereinstieg in diesen Beruf. Diese Qualifikation zum Triebfahrzeugführer gehen i.d.R. zwischen 9-11 Monate. Meine Frage ist deshalb für mich so wichtig, weil ich einen Kostenträger habe der mir diesen Quereinstieg finanzieren würde, da ich meinen bisherigen Beruf leider nicht mehr ausüben kann. Qualifikations technisch sollte es eigentlich keine Probleme geben, älter (wesentlich) als 21 bin ich, einen IHK Abschluss habe ich auch und Schicht ist für mich auch kein Neuland. Obwohl ich noch nicht zu einer Eignungsuntersuchung (nennt man die so?) war. Sollte aber eine Eignung festgestellt werden können, möchte ich ganz sicher nicht bei irgendwelchen schwarzen Scharfen landen, dürfte verständlich sein. Die ODEG habe ich gehört, soll man wohl, wenn überhaupt, zuletzt anschreiben?

Ich würde mich wirklich riesig freuen, wenn Ihr mir Unternehmen nennen könntet -gerne auch Unternehmen von denen Ihr mir abraten würdet oder Ihr schlechte Erfahrungen gemacht habt- wo ich mich mal bezüglich Quereinstieg umsehen könnte bzw. wo Ihr selber gute Erfahrungen gemacht habt oder gerade auch welche macht und die noch in diesem Jahr den Quereinstieg zum Triebwagenführer über eine 9-11 monatige Qualifikation anbietet, vielen Dank!

PS: Ja, ich weiß wie es mit den Schichten teilweise aussieht. Ich komme selber gerade aus einem Betrieb, wo ich Jahrzehnte beschäftigt war, mit Schichtplänen, die schon grenzwertig an Menschenverachtung grenzten, insbesondere in den letzten Jahren meiner dortigen Tätigkeit. Mit Schichten, Wochenenden und Feiertagsarbeit, habe ich da aber auch eher weniger Probleme mit. Ich weiß also worauf ich mich einlasse.

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Cmbln
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Cmbln » Mittwoch 10. Mai 2017, 02:19

Unser bzw. mein Tipp wird nicht so schwer zu erraten sein: Die S-Bahn Berlin sucht händeringend Tf! Soweit ich weiß nimmt sie sogar bevorzugt welche die vom Arbeitsamt kommen und einen Bildungsgutschein mitbringen.
Man darf sich nur nicht abwimmeln lassen und vor allem muss man sehr viel Zeit mitbringen! Bis die Ausbildung los geht vergeht locker schon mal ein Jahr.
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Verkehrsfreund
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Verkehrsfreund » Mittwoch 10. Mai 2017, 09:03

Ja, das dachte ich mir schon :D nur würde ich jetzt wirklich sehr ungern noch ein Jahr warten wollen, es sollte schon noch in diesem Sommer spätestens losgehen, am besten gestern ;) . Ich habe zwar keinen Bildungsgutschein des Arbeitsamtes aber die Zusage der DRV mir eine Umschulung zu finanzieren. Dies geschieht im Zuge von Leistung zur Teilhabe im Arbeitsleben. LTA deshalb, weil ich bereits knapp 30 Arbeitsjahre auf den Buckel sowie einen IHK Abschluss habe. Aus diesem Grunde bot mir die DRV an, mir eine Umschulung zu finanzieren, egal was (kann ich mir also aussuchen, muss eben nur meiner Gesundheit entsprechend sein), und das daraus eben, bei Erfolgreichen Abschluss, danach eine Festanstellung wird.

Natürlich habe ich auch das eine oder andere körperliche Gebrechen, keine Frage bei ca. 30 Jahren Knochenschinderei im Dreischichtbetrieb (inkl. WE und Feiertagsarbeit) aber soweit ich weiß ist der Beruf des Triebfahrzeugführers kein körperlich hart anstrengender Beruf. Das geht offenbar eher um die psychische Belastung und damit habe ich m.M.n. keine Probleme mit. Was der entsprechende Bahnarzt dazu sagen würde entzieht sich derzeit jedoch meiner Kenntnis und Ahnung. Ich finde diesen Beruf wirklich sehr spannend und schön und würde diesen gerne ausüben wollen.

Ok, wenn während der Ausbildung Absatzweise oder gar Seiten auswendig lernen und bei der Prüfung wortgetreu aufsagen müsste, würde ich sicherlich an meine Grenzen stoßen, wenn ich das denn überhaupt hinbekommen würde, bin ja auch nicht mehr der Jüngste ;) dennoch würde ich diesen Beruf gerne ausüben wollen, mindestens bis zur Rente.

Wie sieht es denn bei Euch mit den Schichtplänen aus? Kann man sich aus der Nachtschicht raus nehmen lassen? Bei meinem letzten AG war das seltenst ein Problem, da andere Kollegen die Zuschläge gerne mitnahmen und ich die Nachtschichten in den letzten Jahren immer "wegtauschen" konnte. Geht das bei Euch bei der S-Bahn auch oder wird da stur nach Einteilung gegangen? Frei nach dem Motto "Habe ich jetzt so eingeteilt und Du machst das jetzt so, Punkt." Unsere Dienstplaner waren da eigentlich fast immer zu Kompromissen bereit.

Aber danke erst einmal für Deine Antwort!

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Jesus
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Jesus » Mittwoch 10. Mai 2017, 11:02

Verkehrsfreund hat geschrieben:aber soweit ich weiß ist der Beruf des Triebfahrzeugführers kein körperlich hart anstrengender Beruf.!

Im Güterverkehr schon. ;) Du sollstest im Personenverkehr aber zumindest noch so fitt sein, dass du bei abgestellten Zügen auf den Führerstand raufkommst. Ansonsten hast du bei manchen Unternehmen noch die Zusatzaufgaben wie WC-Entleerung oder Tanken / Betriebsstoffe auffüllen.

Was die ODEG angeht, ist das Problem, dass diese mit diversen anderen EVUs zusammenarbeit. Wenn du dort den Einstellungstest nicht bestehst, wird der intern auch bei den anderen EVUs rumgereicht und i.d.R. schicken diese dann auch eine Ablehnung.

Die NEB kann ich aktuell nicht einschätzen. Nachdem dort bei der ersten Ausbildungsrunde bei der Abschlussprüfung alle bis auf einen angehenden Tf durchgefallen sind, kann es sein, dass die Auswahlkriterien verschärft wurden.
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Verkehrsfreund
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Verkehrsfreund » Mittwoch 10. Mai 2017, 13:30

Jesus hat geschrieben:Im Güterverkehr schon. ;)


Verbessere mich bitte wenn ich falsch liege aber wird der Triebfahrzeugführer nicht nur im Personenverkehr ausgebildet? DAS zumindest hatte ich im Sinn, den Personenverkehr, keinen Güterverkehr.

Jesus hat geschrieben:Du sollstest im Personenverkehr aber zumindest noch so fitt sein, dass du bei abgestellten Zügen auf den Führerstand raufkommst.


Ich denke DAS sollte ich noch hinbekommen, zumindest in so weit, das ich dort nicht den "Cliffhanger" (Nur die Starken überleben) spielen muss :lol: :lol: (Scherz)

Jesus hat geschrieben:Was die ODEG angeht, ist das Problem, dass diese mit diversen anderen EVUs zusammenarbeit. Wenn du dort den Einstellungstest nicht bestehst, wird der intern auch bei den anderen EVUs rumgereicht und i.d.R. schicken diese dann auch eine Ablehnung.


Ok, wenn man den Einstellungstest nicht besteht, dann soll es wohl halt nicht so sein oder man ist wirklich eher ungeeignet für diesen Beruf. Obwohl man manchmal sicherlich auch nur einen schlechten Tag gehabt haben könnte. Die Weitergabe solcher "Dinge" sehe ich dann aber eher, auch aus Datenschutzrechtlichen Aspekten, sehr kritisch. Davon aber ab, ich habe gehört das die OEDG wohl unterirdisch bezahlen sollen und auch nur das absolut mindeste. Die Vorgesetzten sollen wohl auch übel drauf sein, was einige an ehemalige Zeiten erinnert. "Peitsche" soll da die Regel sein. Die GDL soll auch nicht so gut auf dieses Unternehmen zu sprechen sein.

Dann habe ich auch von einen Ausbildungsbetrieb gehört, irgendwas mit Dispo, die auch unterirdisch zahlen sollen, ohne Zusatzzahlungen und weit unter 13 Euro die Stunde für ihre Partnerunternehmen.

Das sind halt so Sachen die einen abschrecken können und wenn man da zwei oder drei solcher Erfahrungen gemacht hat oder von solchen EVU's gehört und/oder gelesen hat, dann müssen sich die EVU's auch nicht wundern wenn kaum jemand Triebfahrzeugführer werden will. Ich mein, wenn's letztendlich nicht mal für ein Urlaub reicht, dann sucht man sich eben etwas anderes. Man kann einen Arbeitnehmer schlecht bezahlen, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen. Man kann einen Arbeitnehmer auch schlechte Arbeitsbedingungen bieten, dann aber muss die Bezahlung stimmen. Stimmen weder Bezahlung noch Arbeitsbedingungen bekommt man ziemlich oft nur "Zugvögel" und/oder minder qualifizierte bzw. solche Menschen, die das Thema Arbeit dann mindestens genauso sehen wie solche AG es mit der Bezahlung und/oder den Arbeitsbedingungen sehen, die mal kurz vorbeischauen und dann weiter fliegen - sinnbildlich mal jetzt, wobei die Ausnahme ja auch hier die Regel sein kann ;)

Von Captrain fehlen mir quasi jegliche Informationen. Ich habe zwar gelesen das Captrain Anfang 2017 für Quereinsteiger Angebot hatte, in wie weit das noch heute gilt bzw. wie dort der Stand diesbezüglich ist, konnte ich nicht erfahren. Vielleicht sollte ich da mal anrufen. Kommt man bei Captrain wenigstens an die 15 Euro die Stunde ran? Und wie sieht es dort mit Sonderzahlungen aus? haben die einen Tarifvertrag? Falls ja, wo kann man sich den anschauen?

Auch Dir einen schönen Dank für Deine Antwort!

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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Jesus » Mittwoch 10. Mai 2017, 15:12

Verkehrsfreund hat geschrieben:ich habe gehört das die OEDG wohl unterirdisch bezahlen sollen und auch nur das absolut mindeste. Die Vorgesetzten sollen wohl auch übel drauf sein, was einige an ehemalige Zeiten erinnert. "Peitsche" soll da die Regel sein. Die GDL soll auch nicht so gut auf dieses Unternehmen zu sprechen sein.

Dann habe ich auch von einen Ausbildungsbetrieb gehört, irgendwas mit Dispo, die auch unterirdisch zahlen sollen, ohne Zusatzzahlungen und weit unter 13 Euro die Stunde für ihre Partnerunternehmen.

Was die Bezahlung angeht, solltest du auf das Gesamtpaket achten. Die ODEG bezahlt z.B. die Wendezeiten an den Bahnhöfen (abzgl. der Pflichtpausenzeiten), das macht die NEB nicht. Die bezahlen nur die Mindestwendezeit (7 Min) und wenn der Zug dann planmäßig eine Stunde am Bahnsteig steht, sind 53 Min unbezahlt. Da kann es dann durchaus sein, dass du einen 12-Stunden-Tag hast, aber nur 6 Stunden bezahlt bekommst. Deswegen sind nach der Betriebsaufnahme im Ostnetz Brandenburg viele Tfs wieder zur ODEG zurückgekommen. Hier müsste der BuRA-LfTV gelten. Aktuell ist aber eine neue Tarifrunde angelaufen - auch bei der NEB.

Was die oberen Vorgesetzten angeht, hängt das immer davon ab, wie viel man mit denen zu tun hat. Meistens hat man das bei Fahrgastbeschwerden oder größeren Problemen, die zu einem wirtschaftlichen Schaden führen (können). Ansonsten ist u.a. der Teamleiter ein Ansprechpartner und der kommt aus den eigenen Reihen.
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Verkehrsfreund » Donnerstag 11. Mai 2017, 12:52

Tut mir Leid, hatte gestern viel um die Ohren.

Jesus hat geschrieben:Die ODEG bezahlt z.B. die Wendezeiten an den Bahnhöfen (abzgl. der Pflichtpausenzeiten), das macht die NEB nicht. Die bezahlen nur die Mindestwendezeit (7 Min) und wenn der Zug dann planmäßig eine Stunde am Bahnsteig steht, sind 53 Min unbezahlt. Da kann es dann durchaus sein, dass du einen 12-Stunden-Tag hast, aber nur 6 Stunden bezahlt bekommst.


Aha, hört sich aber interessant an. Sieht mir sehr danach aus, als wenn dort der AG das betriebliche und wirtschaftliche Risiko auf die AN abwälzt. Und das lassen sich die AN dort gefallen? Ich will hier jetzt nicht den Oberschlauen spielen aber wenn ich einen Vertrag von z.B. 40 Stunden habe und meine Arbeitszeit z.B. von Mo.Fr von 9-18 Uhr geht und eben nicht bis 00:00 Uhr, dann hätte ich das auch gerne so vergütet. Ober müssen dort die AN bei solchen Wendezeiten "ausstempeln" und wenn es dann weitergeht wieder "einstempeln", quasi mehrere Schichten mit unterschiedlichen Zeiten täglich abarbeiten? Haben die bei der NEB einen Betriebsrat?

Jesus hat geschrieben:Hier müsste der BuRA-LfTV gelten.


Kann man diesen irgendwo im Netz einsehen?

Jesus hat geschrieben:Aktuell ist aber eine neue Tarifrunde angelaufen - auch bei der NEB.


Na da hoffe ich doch mal das für alle AN im Bahnbetrieb etwas bei rauskommt. Die GDL ist wohl, so wie ich herausgefunden habe, die Gewerkschaft der Wahl bei Eisenbahnern? Wie hoch ist denn z.B. bei der S-Bahn Berlin der Organisationsgrad? Sind alle oder fast alle in der GDL? Oder bekämpfen sich dort mehrere Gewerkschaften? Ich persönlich finde es schon wirklich sehr wichtig in einem gewerkschaftlich gut vertretenden Betrieb zu arbeiten, der zudem einen Betriebsrat hat, der für seine Leute eintritt. In einem anderen Betrieb würde ich ehrlich gesagt nur sehr, sehr ungern arbeiten wollen. Nein, ich bin keiner der nur auf sein Recht pocht, ich möchte aber auch nicht in einem rechtsfreien Unternehmen arbeiten. Ich bin ein wirklich sehr loyaler Mitarbeiter gegenüber den Kollegen und dem Arbeitgeber.

Davon aber nun erst einmal ab.

Ich habe gestern und heute nochmal gründlich im Netz nachgesehen. Insbesondere weil @Cmbln schrieb, das die S-Bahn Berlin händeringend Leute sucht. Ich habe nichts gefunden was noch aktuell ist. Wenn ich die "Sucheanfragen" im Netz anklicke, werde ich immer zur Deutschen Bahn weitergeleitet. Gehe ich dann dort auf den Ort (Berlin) ist da nichts mehr. Also wo kann man sich mal umschauen und sich sachkundig machen? Wo erfährt man die nächsten Ausbildungstermine? Oder kann sich einer von Euch mal -über den kurzen Dienstweg ;) - schlau machen ob und wann ein nächster Ausbildungsbeginn für Quereinsteiger noch in diesem Jahr stattfindet? Ich mein, wenn die S-Bahn Berlin händeringend sucht und es Bildungsgutscheine oder wie bei mir die DRV die Ausbildungskosten übernimmt und es einige Bewerber gibt, dann sollte es doch erst Recht im Interesse der S-Bahn Berlin sein, hier zügig auszubilden oder irre ich da?

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Jesus
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Jesus » Donnerstag 11. Mai 2017, 14:28

Verkehrsfreund hat geschrieben:
Jesus hat geschrieben:Die ODEG bezahlt z.B. die Wendezeiten an den Bahnhöfen (abzgl. der Pflichtpausenzeiten), das macht die NEB nicht. Die bezahlen nur die Mindestwendezeit (7 Min) und wenn der Zug dann planmäßig eine Stunde am Bahnsteig steht, sind 53 Min unbezahlt. Da kann es dann durchaus sein, dass du einen 12-Stunden-Tag hast, aber nur 6 Stunden bezahlt bekommst.

Aha, hört sich aber interessant an. Sieht mir sehr danach aus, als wenn dort der AG das betriebliche und wirtschaftliche Risiko auf die AN abwälzt. Und das lassen sich die AN dort gefallen? Ich will hier jetzt nicht den Oberschlauen spielen aber wenn ich einen Vertrag von z.B. 40 Stunden habe und meine Arbeitszeit z.B. von Mo.Fr von 9-18 Uhr geht und eben nicht bis 00:00 Uhr, dann hätte ich das auch gerne so vergütet. Ober müssen dort die AN bei solchen Wendezeiten "ausstempeln" und wenn es dann weitergeht wieder "einstempeln", quasi mehrere Schichten mit unterschiedlichen Zeiten täglich abarbeiten? Haben die bei der NEB einen Betriebsrat?

Viele haben sich locken lassen, weil der reine Stundenlohn wohl höher war, als bei anderen privaten EVUs. Und bei der RB26/27 im alten Netz gab es solche extremen Wendezeiten in der Regel nicht. Schlimmer ist es erst mit der RB36/60 geworden. Bei der RB36 hat man neben den 35 Min Aufenthalt in FF auch noch bis zu 15 Min in Beeskow. Auf einen Betriebstag summiert sich das dann. Ein- und Ausstempeln wird man sich wohl nicht brauchen, die Echtzeitdaten zur Abrechnung sollten der NEB schon vorliegen.

Ob es einen Betriebsrat gibt, weiß ich aber nicht. Die ODEG hat einen.

Verkehrsfreund hat geschrieben:
Jesus hat geschrieben:Hier müsste der BuRA-LfTV gelten.

Kann man diesen irgendwo im Netz einsehen?

Der aktuell gültige für die ODEG nicht. Die GDL hat nur ein paar Sachen öffentlich gemacht: http://www.gdl.de/Service/Tarifbroschueren. In der Regel schließen die privaten EVUs einen Haustarifvertrag ab, der sich auf den BuRA-LfTV beziehen und wenn möglich besser sein sollte. Das ist bei der ODEG aber erst ab 2020 bzw. bei Neuausschreibungen der Fall.
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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon Verkehrsfreund » Donnerstag 11. Mai 2017, 15:16

Zuerst einmal möchte ich mich bei Dir dafür bedanken, das Du Deine Zeit dafür aufwendest mir meine Fragen zu beantworten.

Jesus hat geschrieben:Viele haben sich locken lassen, weil der reine Stundenlohn wohl höher war, als bei anderen privaten EVUs. Und bei der RB26/27 im alten Netz gab es solche extremen Wendezeiten in der Regel nicht. Schlimmer ist es erst mit der RB36/60 geworden. Bei der RB36 hat man neben den 35 Min Aufenthalt in FF auch noch bis zu 15 Min in Beeskow. Auf einen Betriebstag summiert sich das dann. Ein- und Ausstempeln wird man sich wohl nicht brauchen, die Echtzeitdaten zur Abrechnung sollten der NEB schon vorliegen.


Ich muss Dir ganz ehrlich sagen das ich solche Gebaren echt für Ausbeutung halte. Immerhin ist es auch die Zeit der AN die dafür drauf geht und nicht der Familie oder der persönlich freien Freizeit zugeordnet werden kann, da auch diese Zeiten eben "betriebsbedingt" der Firma gehört. Denn mal eben Nachhause fahren, um beispielsweise Mittag zu essen, wenn man nicht gerade um die Ecke bei solchen Wendezeiten wohnt, dürfte kaum möglich sein. Wie egsagt, ich persönlich würde solche Arbeitsbedingungen echt schlimm finden. Andere finden soetwas vielleicht normal oder nehmen dieses eben als gegeben hin. Ich könnte es nicht, meine Freizeit ist mir da schon heilig. Wobei ich nicht sagen will das ich nicht auch bereit wäre Überstunden zu machen oder mal eine Zusatzschicht. Ist halt alles eine Sache des Nehmens und Gebens. Da muss ein gesundes Gleichgewicht herrschen, sonst wird man schnell unzufrieden.

Jesus hat geschrieben:Der aktuell gültige für die ODEG nicht. Die GDL hat nur ein paar Sachen öffentlich gemacht: http://www.gdl.de/Service/Tarifbroschueren. In der Regel schließen die privaten EVUs einen Haustarifvertrag ab, der sich auf den BuRA-LfTV beziehen und wenn möglich besser sein sollte. Das ist bei der ODEG aber erst ab 2020 bzw. bei Neuausschreibungen der Fall.


Ich habe mir mal den TV angesehen, genauer gesagt diesen hier runtergeladen: http://www.gdl.de/Service/Download-1436355741. Leider finden sich dort keine Entgeltstufen. Nach kurzem Recherchieren habe ich diese Seite hier gefunden: http://www.triebfahrzeugfuehrer.com/Tar ... tgelt.html. Wenn ich richtig informiert bin, werden Quereinsteiger nach erfolgreicher Ausbildung für die ersten 5 Jahre in die Entgeltstufe 446 eingestuft. Entspricht dies der Realität? Da ich weiß das der Beruf des Triebfahrzeugführers ein besonders anspruchsvoller und besonders verantwortungsvoller Beruf ist, habe ich natürlich auch so meine Vorstellungen vom Gehalt. Und dieses sollte auf gar keinen Fall unter der o.g 446 Grenze liegen, denn dann wäre für mich eine Bewerbung auch hinfällig für diesen Beruf und ich würde mich dann anderswo umschauen. Bei meinem letzten Beruf hatte ich zwar etwa 20% mehr, dies war aber auch der Länge meiner Betriebszugehörigkeit mit geschuldet. Eine weitere Wertschätzung anhand von Sonderzahlungen, wie beispielsweise eines zusätzlichen 13. Gehaltes oder Urlaubs- wie Weihnachtsgeld oder anderweitige Prämien würden mich weiter "begeistern :lol: " diesen Beruf auszuüben.

Wie gesagt, mir geht es nicht nur um Geld aber eine gewisse Wertschätzung seitens des Unternehmens wo ich dann, wenn möglich, mindestens bis zur Rente arbeiten möchte, sollte vorhanden sein. Insbesondere wenn es sich um einen solchen Verantwortungsvollen Beruf handelt. Und wenn ich arbeiten gehe, möchte ich auch nicht jeden Euro zweimal umdrehen und/oder von einem Urlaub im Ausland mit meiner Familie nur träumen dürfen. Ich denke das ist nachvollziehbar ;)

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Re: Quereinstieg Triebfahrzeugführer in Berlin

Beitragvon JNtz » Donnerstag 8. Juni 2017, 13:38

die aktuellen Entgeldtabellen findest Du hier: http://uploads.gdl.de/Service/Download-1436352954a.pdf, das geht dann Seite 23 los. Wir haben als Quereinsteiger jetzt die Lf7, sobald die Prüfung erfolgreich abgeschlossen wurde, erfolgt die Eingruppierung in Lf5. Ich kann nur für die DB sprechen: hinzu kommen ja noch die Fahrentschädigung, Ausbleibezeiten und Zulagen für Spät- und Nachtdienst. Von dem ganzen Urlaub, von dem ich bis heute nicht weiss, wohin damit, rede ich lieber nicht. Von Anfang an gab es Nebenleistungen wie VwL, oder das DB-Firmenrad. Mal abgesehen von der monetären Geschichte ist die Ausbildung wirklich gut. Wiederrum davon ab: im Großen und Ganzen funktioniert der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unter den Kollegen wirklich sehr gut.
Auf die Aussage "... so schwer kann das nicht sein!", folgt immer eine Katastrophe.


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