Böse Kritik an die S-Bahn München

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Shutterspeed
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Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon Shutterspeed » Samstag 28. Mai 2016, 19:42

Im Moment macht ein Journalist mit dem Namen Michael Praetorius ein ziemliches Aufsehen aus folgendem Grund:

http://www.lokalkompass.de/herne/leute/ ... 61346.html

Wie denkt man denn in München darüber :?:
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ET 422 als S9 auf der Ruhrflutbrücke in Essen

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BR430 Fan
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Re: Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon BR430 Fan » Samstag 28. Mai 2016, 20:45

Die Chinesin war selber Schuld. Sie hätte sich informieren müssen über Rechtliches bei der S-Bahn. So zählt ein Ticket ohne Entwertung auch als Schwarzfahren. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, egal von wo man auch kommt. Den Ärger hätte sie sich sparen können.
Meow Meow Meow :) :) :)

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Guido
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Re: Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon Guido » Samstag 28. Mai 2016, 23:25

BR430 Fan hat geschrieben:Die Chinesin war selber Schuld. Sie hätte sich informieren müssen über Rechtliches bei der S-Bahn. So zählt ein Ticket ohne Entwertung auch als Schwarzfahren. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, egal von wo man auch kommt. Den Ärger hätte sie sich sparen können.

Moment mal ... Natürlich kann man auf die Schiene "selber Schuld" und "hätte sich eben informieren müssen" daher kommen, aber ganz so einfach ist das dann doch nicht. Wenn jemand aus einem fremden Land hier her zu uns kommt, dann hat derjenige kaum eine Chance durch unser Tarifwirrwarr hier in Deutschland auch nur annähernd durchzublicken, das verstehen schon genug Einheimische nicht, zumal man in anderen Ländern meist auch noch nie was von einem Verkehrsverbund oder ähnlichem gehört hat. Dies sollte man also sich erstmal grundsätzlich vor Augen halten. Desweiteren sollte man, bevor man auf eben jener Schiene lospoltert, sich vor Augen führen, wie es einem denn selbst erginge in z.B. China, ich wage doch mal ganz vorsichtig zu behaupten, daß diejenigen, die am lautesten auf der Schiene losschreien auch diejenigen sind, die bei der Tarifübersicht in Chinesischen Schriftzeichen (sofern es denn eine gibt) ganz schön blöd aus der Wäsche schauen. Von daher sollte man immer erstmal halblang machen, bevor man lospoltert.

Und dann kommt noch ein 3. Punkt dazu: In dem Käseblatt, äh sorry, in dem hochseriösem Boulevardblatt, welches hier in München den Artikel veröffentlicht hat, steht EINE Sichtweise des Vorfalls, und diese ist noch nicht mal die der betroffenen Person, sondern die eines zufällig dazugestoßenen "Journalisten" der sich dann in die Kommunikation zwischen Kontrolleur und Fahrgast eingemischt hat, und dann auch nichts besseres zu tun hat als in sozialen Medien gegen die Bahn aufzuhetzen. Weder die Seite des betroffenen Fahrgastes selbst, noch die Seite des betroffenen Mitarbeiters sind in dem Käseblatt dargelegt. Von daher ist fest davon auszugehen, dass die Situation vor Ort sich nicht ganz so zugetragen haben dürfte, wie es in Zeitung und sozialem Medien dargestellt wurde. Leider, das zeigt die Erfahrung, sind es meist genau die Leute, die sich einmischen, obwohl sie mit der Sache nichts zu tun haben, die solche Situationen vor Ort zur Eskalation bringen, und oder um sich hinterher noch in den Medien wichtig machen und wie in diesem Falle dann auch noch den Retter in der Not vorspielen. Und dazu muß man dann aber in der Darstellung auch "etwas" übertreiben, sonst fruchtet die Aktion der Selbstdarstellung ja nicht. Fakt ist, wir waren hier alle nicht mit dabei, und keiner außer die 3 bzw mit Dolmetscherin sogar 4 betreffenden Personen selbst weiß was vor Ort in welchem Ausmaß wirklich vorgefallen ist. Und natürlich könnte man jetzt daher kommen und sagen, mei, der Kontrolleur hätte ja ein Auge zudrücken können, schließlich war es ja sogar das richtige Ticket nur eben nicht gestempelt, hätte, können. Bei der Anzahl an Ausreden, welche ein Fahrkartenkontrolleur in Deutschland am Tag zu Ohren bekommt, ist "ich asiatisches Aupair, ich nix kennen Tarif" aber auch nur eine von vielen, vielleicht nicht gerade die Top-Ausrede, aber versucht wird so ziemlich alles was auch nur ansatzweise Erfolg versprechen könnte, von daher verstehe ich da durchaus, daß der Kontrolleur da insofern schlicht nach Vorschrift gehandelt hat und bei der Beanstandung der Fahrkarte geblieben ist. Zumal sich auch die Frage stellt, warum jemand der das Tarifsystem nicht kennt zwar die richtige Fahrkarte besitzt, diese aber nicht entwertet ist (das allein wäre noch erklärbar, weil auch das kennt man oft im Ausland schlicht nicht), obwohl diese Fahrkarte (sie hatte eine Tageskarte Gesamtnetz) für gewöhnlich vorentwertet ausgegeben wird.
Viele Grüße, Guido
Tf bei der S-Bahn München
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ET25 2202

Re: Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon ET25 2202 » Sonntag 29. Mai 2016, 10:19

BR430 Fan hat geschrieben:Die Chinesin war selber Schuld. Sie hätte sich informieren müssen über Rechtliches bei der S-Bahn. So zählt ein Ticket ohne Entwertung auch als Schwarzfahren. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, egal von wo man auch kommt. Den Ärger hätte sie sich sparen können.


Genau wegen solchen Äußerungen hat die DB solch ein schlechtes Image.... :roll:

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Ruhrpottfahrer
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Re: Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Sonntag 29. Mai 2016, 10:48

Moin,

die Meldung geistert nun seit ein paar Tagen durch die Medien.
Die Situation selbst kann von uns keiner bewerten da wir nicht dabei waren.

Grundsätzlich möchte ich mit den Prüfern und ZuBs und KINs nicht tauschen.
Hundertfach werden diesen Leuten Geschichten erzählt warum und wieso sie gar kein
oder kein gültiges Ticket besitzen. Das geht von "Der Automat war kaputt" (Einstieg Köln Hbf in die S-Bahn :)) über
"der Automat wollte mein Geld nicht" bis hin zu "ich war zu spät dran und hatte keine Zeit ein Ticket zu kaufen" (Fahrgast
hatte aber Zeit eine zu rauchen auf dem Bahnsteig :)). Daß die prüfenden Mitarbeiter da auf Dauer eine Art Abstumpfung
an den Tag legen, dürfte wohl jedem klar sein.
Ich werde mich hüten diesen Vorfall zu verteufeln oder gut zu heißen. Lediglich die Art und Weise wie dieser Journalist
daraus ein Faß auf macht, das ist verwerflich. Denn wir waren nicht dabei und die Chinesin wird sich wohl kaum äußern und
sagen "ich hatte absichtlich nicht gestempelt" (was durchaus vorkommt!).
Daher sollte man einfach das Geschehene abhaken und hoffen, daß die Prüfer genug Fingerspitzengefühl an den Tag legen
und Eskalationen vermeiden wo es geht.

Ich selbst habe schon eine Situation erlebt, wo ich das Ticket eben nicht in der Geldbörse sondern im Rucksack verstaut hatte
und erstmal suchen mußte. Der Prüfer (eines lokalen Verkehrsunternehmen) wurde direkt pampig weil er gefühlte 30 Sekunden
warten mußte.
Da er bei einigen Fahrgästen sehr unfreundlich war, gab es meinerseits eine Beschwerde an das VU und kurz darauf eine Entschuldigung
für das Fehlverhalten, denn es hatten sich mehrere beschwert.
Sicherlich sind auch Prüfer Menschen, aber sie sollten soviel Profi sein, daß sie auch in kniffeligen Situationen die Ruhe bewahren und
immer deeskalierend arbeiten sollten (soweit es irgendwie die Situation ermöglicht).

Vorverurteilungen ohne eigene Beteiligung oder Anwesenheit sind überflüssig!

Gruß

Eric
Frauen behandelt man am besten wie Diamanten, man trägt sie mit Fassung :)

ET25 2202

Re: Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon ET25 2202 » Sonntag 29. Mai 2016, 14:43

So sieht es aus, ich werde ein Teufel tun und einen Kollegen öffentlich zu kritisieren! Es obliegt mir auch nicht, diese Situation zu beurteilen, ich war nicht dabei, ich kann es also nicht beurteilen und manche sollten sich überlegen, ob es sinnvoll ist, irgendeine Person zu kritisieren.

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Shutterspeed
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Re: Böse Kritik an die S-Bahn München

Beitragvon Shutterspeed » Sonntag 29. Mai 2016, 22:17

Unser lieber "Journalist" ist ein emsiger Unternehmer, der weiß, wie man sich ins Gespräch bringt, damit der Rubel rollt. Der Junge sollte mal ein paar Schichten mitfahren und erleben, wie Zubs bedroht und beleidigt werden :!: Ich könnte kotzen, wenn ich dieses selbstherrliche Geschwätz in seinem Filmchen höre. Da viele Menschen alles fressen, was man ihnen vorwirft, werden sich die 60 Euro, die er, wie er sagt "in den Wind schreiben kann", um ein Vielfaches multiplizieren.

Hier ist unser Held im Namen der misshandelten Beförderungsfälle....äh Fahrgäste :roll:

http://www.praetorius.com
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ET 422 als S9 auf der Ruhrflutbrücke in Essen


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