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Sog-Wirkung am Bahnsteig

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2018, 14:45
von Flughafenbahnhof
Ab und zu war schon mal in der Presse zu lesen, dass Kinderwägen, die am Bahnsteig stehen und meistens nicht festgehalten wurden, von der Sog-Wirkung eines durchrauschenden Zuges erfasst wurden.

Was jetzt aber zu lesen ist, ist vermutlich noch relativ unbekannt. Zwei Männer wurden von der Sog-Wirkung eines Zuges erfasst und gegen den Zug geschleudert, obwohl sie sich nicht fahrlässig verhalten hatten. Sie standen nach der Arbeit einfach nur am Bahnsteig (der wegen Bauarbeiten nur rund einen Meter breit ist) und warteten auf die S-Bahn.

"Offenbar völlig unverschuldet" - "Zwei Münchner wurden von Luftverwirbelungen eines durchfahrenden Zuges erfasst - mit fatalen Folgen."

Siehe Pressebericht vom Münchner Merkur vom 16.05.2018: https://www.merkur.de/lokales/muenchen- ... 73387.html

Re: Sog-Wirkung am Bahnsteig

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2018, 16:46
von Ruhrpottfahrer
Flughafenbahnhof hat geschrieben:Ab und zu war schon mal in der Presse zu lesen, dass Kinderwägen, die am Bahnsteig stehen und meistens nicht festgehalten wurden, von der Sog-Wirkung eines durchrauschenden Zuges erfasst wurden.

Was jetzt aber zu lesen ist, ist vermutlich noch relativ unbekannt. Zwei Männer wurden von der Sog-Wirkung eines Zuges erfasst und gegen den Zug geschleudert, obwohl sie sich nicht fahrlässig verhalten hatten. Sie standen nach der Arbeit einfach nur am Bahnsteig (der wegen Bauarbeiten nur rund einen Meter breit ist) und warteten auf die S-Bahn.

"Offenbar völlig unverschuldet" - "Zwei Münchner wurden von Luftverwirbelungen eines durchfahrenden Zuges erfasst - mit fatalen Folgen."

Siehe Pressebericht vom Münchner Merkur vom 16.05.2018: https://www.merkur.de/lokales/muenchen- ... 73387.html



Da ist so einiges zweifelhaft an der Geschichte!
1. es fand nach Mitternacht statt, also vermutlich keine weiteren Zeugen
2. "Beide waren zum Zeitpunkt des Unfalls leicht alkoholisiert", wie definiert man in Bayern "leicht alkoholisiert? Schließlich gilt Bier ja dort als Grundnahrungsmittel.
3. Habe ich schon oft an solchen Bahnsteigen gestanden, wo die Züge durchrauschen und das sogar mit 200km/h und es weht, aber nicht daß ich oder andere gegen den Zug gerissen worden wären.
4. sie warteten "vermutlich" auf die S-Bahn.
5. Wenn ein Erwachsener aufrecht auf dem Bahnsteig steht, sollte selbst ein mit 140km/h durchfahrender RE (vermutlich Dosto mit gleichmäßiger Seitenwand) kein so grosser Sog entstehen, daß man ins Gleisbett oder gegen den Zug geschleudert werden könnte.
6. warum standen die an der schmalsten Stelle, der Artikel liest sich so, daß es auch breitere Stellen gibt!?

Ich wage zu behaupten, daß "leicht alkoholisiert" in Kombination "nach der Arbeit nach Mitternacht" dazu geführt haben, daß die beiden Verunfallten selbst Schuld waren. Denn sonst müßte z.B. in Leverkusen Mitte (Durchfahrt der ICE mit 200km/h und auch nicht allzu breiter Bahnsteig und mir ist nicht bekannt, daß es da schon zu ähnlichen Vorfällen gekommen ist.
Zumal bei derartigen Bahnsteigen in der Regel "Achtung Zugverkehr" etc.. durchgesagt wird.


Eric

Re: Sog-Wirkung am Bahnsteig

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2018, 22:18
von Meeresbiologe
Ein freund von mir aus Frankreich sagte das er ein TGV mit 320 an sich vorbei fahren lassen hat bei 1 Meter Abstand und es gab kein sog ( Er ist Gleisbauer in Frankreich und steht oft nah dran wenn auf den gegengleis noch gefahren wird.)

Re: Sog-Wirkung am Bahnsteig

Verfasst: Mittwoch 16. Mai 2018, 23:59
von Flughafenbahnhof
Ruhrpottfahrer hat geschrieben:4. sie warteten "vermutlich" auf die S-Bahn.

Der Beitrag wurde im Laufe des heutigen Tages mehrmals geändert. Irgendwann kann das Wort "vermutlich" hinzu.

Die letzte Änderung (Stand jetzt) war um 17.29 Uhr

Sog-Wirkung am Bahnsteig

Verfasst: Freitag 18. Mai 2018, 14:54
von Flughafenbahnhof
Die offizielle Pressemeldung vom 16.05.2018 zum oben genannten Unfall lautet:

"Zwei Personen kollidieren mit vorbeifahrendem Zug – Unterschleißheim

Am Mittwoch, 16.05.2018, gegen Mitternacht, befanden sich zwei Münchner auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofes Unterschleißheim.

Aufgrund von Bauarbeiten war die Breite des Bahnsteigs an der Aufenthaltsstelle der beiden Männer noch ca. 1 Meter.

Zu diesem Zeitpunkt befuhr ein Regionalexpress von Regensburg kommend die Gleise in Richtung Münchner Hauptbahnhof. Als der Zug die beiden Münchner passierte, wurde durch Luftwirbel einer der beiden, ein 31-jähriger Münchner in den Gleisbereich geschleudert und blieb dort schwerverletzt liegen.

Der zweite, ein 21-jähriger Münchner wurde ebenfalls durch den entstandenen Sog gegen den Zug geschleudert, prallte an diesem ab und blieb schwerverletzt auf dem Bahnsteig liegen. Beide Männer kamen zur stationären Behandlung in Münchner Krankenhäuser und befinden sich außer Lebensgefahr. Für den Zeitraum der Unfallaufnahme war der Gleisbereich zwischen Lohhof und Oberschleißheim für ca. zwei Stunden gesperrt. Aufgrund der Uhrzeit kam es jedoch lediglich zu geringen Beeinträchtigungen im Personennahverkehr."

Siehe Pressebericht der Polizei Bayern (München) vom 16.05.2018: http://docs.dpaq.de/13557-pressebericht16052018.pdf