So schneidet der Nahverkehr in Social Media ab

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Flughafenbahnhof
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So schneidet der Nahverkehr in Social Media ab

Beitragvon Flughafenbahnhof » Sonntag 14. Januar 2018, 22:38

So schneidet der Nahverkehr in Social Media ab

Der Verkehrsverbund in Hamburg ist der beliebteste in Deutschland, gemäß einer neuen Studie.

Schlusslicht ist hier München. Ganz verstehe ich es nicht. Der Standard ist in München (und auch in Stuttgart) ein ganz anderer, als in Hamburg.

Ich möchte ein Beispiel bringen: ein befreundetes Ehepaar aus München war viele Jahre Fan von der Stadt Hamburg. Vor zwei Jahren beschränkten sie sich nicht mehr auf die Hamburg-Wochenenden, sondern zogen nach Hamburg. Kurz danach kam das erste Baby. Und von da an schwand ihre Begeisterung für Hamburg, denn erst mit dem Kinderwagen fiel ihnen auf, dass es so wenige oder auch gar keine Aufzüge in U-Bahn und S-Bahn-Stationen gibt. Nicht nur außerhalb, sondern auch bei Touristenmagneten wie die gemeinsame Station Jungfernstieg/Landungsbrücken. In München (und Stuttgart) sind die Aufzüge Standard. (Nebenbei erwähnt: in der EU dürfen Rolltreppen mit Kinderwägen nicht benutzt werden.) Ich kann mir das Ergebnis der Studie so erklären: junge kinderlose Leute nehmen an Social Media-Umfragen teil - weil sie Zeit dafür haben. Ist das erste Kind und damit auch der Kinderwagen da, hat man für Social Media-Umfragen wenig Zeit. Und Rentner nehmen an Social Media-Umfragen auch eher nicht teil. Aber auch wenn ich es erst mal kaum verstehe: das Ergebnis der Studie mag schon seine Gründe haben.

Bericht von marketing börse vom 11.01.2018: https://www.marketing-boerse.de/News/de ... -ab/142740

Oder hier auch ein Presseartikel der STUTTGARTER NACHRICHTEN vom 12.01.2018: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 79ff4.html

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Ruhrpottfahrer
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Unseriöse Erhebung von Daten!

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Montag 15. Januar 2018, 11:21

Moin,

die Studie ist mal wieder nicht das Papier wert, auf der sie ausgewertet wurde!
Warum?
1. Erhebungszeitraum 02. November 2017 und 02. Januar 2018 (viel zu kurz und Vorweihnachtszeit/Neujahr!)
2. Auf Grund des Erhebungszeitraums "nur" 6 große Städte mit rund 320.000 Beiträgen (viel zu wenig und nicht repräsentativ)
3.
Um die Netz-Stimmen zu den Nahverkehrsanbietern der größten deutschen Städte zu analysieren, hat VICO Research & Consulting zwischen dem 02. November 2017 und dem 02. Januar 2018 rund 320.000 öffentliche Beiträge aus Twitter, sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+, Blogs, Foren, sowie News-, Q&A-, Video- und Bild-Portalen analysiert. Der Großteil der analysierten Beiträge wurde auf Twitter veröffentlicht. Rund 50 Prozent der erfassten Kommunikation fand auf dem Mikroblog statt.
Unsinnig, weil allein die Hälfte der Informationen aus Twitter und damit nur aus einem Dienst stammen!

Sorry, aber wer sich ein wenig mit Umfragen beschäftigt, der weiß daß das so nicht annäherungsweise irgendwie seriös und wissenschaftlich korrekt ist!

Daher sollte man das ganze so schnell wieder vergessen wie es gefunden wurde in den weiten des Internets!


Gruß

Eric
Frauen behandelt man am besten wie Diamanten, man trägt sie mit Fassung :)

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Flughafenbahnhof
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Re: So schneidet der Nahverkehr in Social Media ab

Beitragvon Flughafenbahnhof » Montag 15. Januar 2018, 12:47

Ruhrpottfahrer hat geschrieben:Daher sollte man das ganze so schnell wieder vergessen wie es gefunden wurde in den weiten des Internets!

Vielen Dank für die interessanten Gegen-Argumente!

Diese können helfen, sprachfähig zu sein.

Da ja auch z.B. Zeitungen berichten, ist es gut, Gegen-Argumente nennen zu können.


Hier weitere Berichte wegen diesem "Ergebnis":

- Pressebericht vom Hamburger Abendblatt vom 11.01.2018: https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... aeste.html

- Medienbericht von NahverkehrHAMBURG vom 15.01.2018: http://www.nahverkehrhamburg.de/analyse ... -weg-9152/

- Medienbericht von PresseBOX vom 11.01.2018: https://www.pressebox.de/inaktiv/vico-r ... xid/888438
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Ich denke mir auch, dass bei den jungen Leuten (die ja mehr Zeit mit Social Media verbringen) die Preise für Fahrscheine stärker ins Gewicht fallen, als bei gut verdienenden 40- oder 50 Jährigen (von denen es in München und Stuttgart nicht gerade wenige gibt). Fahrscheine sind im Süden halt teurer, genau wie die Lebenshaltungskosten auch.


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