Zugunglück in Ibbenbüren!

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Shutterspeed
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Zugunglück in Ibbenbüren!

Beitragvon Shutterspeed » Samstag 16. Mai 2015, 19:45

Ich möchte hier jetzt nicht die üblichen Worthülsen bemühen, die in solchen Fällen ausgesprochen werden. Seht Euch das einfach mal an:

http://www1.wdr.de/themen/aktuell/ibben ... g-100.html

https://www.youtube.com/watch?v=wUVG1U71oTM

Ein Gedanke brennt mir jedoch im Kopf: Warum baut man trotz ähnlicher Unfälle immer noch diese elenden Pappschachteln :evil: :?: Mit einer 218 hätte das ganze anders ausgesehen, aber man baut lieber LEICHT, INNOVATIV und TÖDLICH :evil: Wenn einer von diesen allwissenden Ingenieuren wenigstens die Front massiv konstruiert hätte. So lange wie diese Kisten fahren, so oft werden wir ähnliche Nachrichten wie diese aus Ibbenbüren zu erwarten haben. Da bin ich mir (leider) sicher. Das Problem reduziert sich lange nicht mehr nur auf die BÜ´s :!:
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ET 422 als S9 auf der Ruhrflutbrücke in Essen

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Jesus
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Re: Zugunglück in Ibbenbüren!

Beitragvon Jesus » Samstag 16. Mai 2015, 21:09

Shutterspeed hat geschrieben:Mit einer 218 hätte das ganze anders ausgesehen, aber man baut lieber LEICHT, INNOVATIV und TÖDLICH :evil:

Wir wissen aber auch, wie die 114 am Karower Kreuz aussah...

Abgesehen davon ist der Bahnverkehr knallharte Wirtschaft: Ein Menschenleben ist aus Versicherungssicht ca. 1,7 Mio Euro Wert - macht also 5,1 Mio Euro für die Toten. Wenn ich für die Diesellok 2,5 Mio Euro einrechne bei einer Lebenszeit von 40 Jahren und die Westfalenbahn davon 19 Stück bräuchte (=47,5 Mio Euro) ist es immernoch günstiger, wenn innerhalb von 40 Jahren 27 Menschen sterben. :(
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Shutterspeed
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Re: Zugunglück in Ibbenbüren!

Beitragvon Shutterspeed » Samstag 16. Mai 2015, 22:24

Brutale Gedanken...obwohl ich den Menschen mittlerweile fast alles zutraue.

Bei der Sache am Karower Kreuz - das gilt es jetzt aber zu bedenken - handelte es sich um einen stehenden Güterzug und keinen Güllewagen. Da standen zahllose Tonnen im Weg. Des weiteren ist die Geschwindigkeit einer RE im Regelfall höher als es bei dem Zug in Ibbenbüren der Fall war. Nicht auszudenken, wie die Pappschachtel ausgesehen hätte, wäre da ein Güterzug im Weg gewesen. Da wären 60 km/h schon eine Katastrophe. Noch schlimmer, als die, die es zu beklagen gilt...!
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Re: Zugunglück in Ibbenbüren!

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Samstag 16. Mai 2015, 22:53

Moin,

eine heftige Sache die da passiert ist.
Allerdings ist der Flirt der dort verunfallte noch einer aus der Zeit als Leichtbau das Maß aller Dinge war.
Wer sich heute Flirt3 (RB42, Süwex, etc.) oder auch die neuen LINT (Dieselnetz Köln) anschaut, der wird
feststellen daß die anders konstruiert sind und entsprechend mehr Schutz auch für den Tf bedeuten.
Allerdings, so ein Gülletank der voll ist, hat rund 15-20 Tonnen Gewicht. Und eine flüssige Masse hat ein total
anderes Aufprallverhalten als z.B. ein stehender Zug.
Böse fand ich im TV den Kommentar, daß nun geprüft werde ob der Zug zu schnell war!
Sorry, aber da passt doch die Technik auf daß das nicht passiert (heute erst wieder einen Tf gehabt, der das 3 Mal hingelegt hat an
Haltepunkten wo er sehr flott einfuhr und dann die Zwangsbremse kam).
Der Tf ist ja leider seinen Verletzungen erlegen.
Und ob eine Lok da anders ausgesehen hätte ist reine Spekulation, ich möchte sowas keinem Tf wünschen daß er das erlebt!


Gruß

Eric
Nach Thomas Kufen könnt ihr rufen, doch gilt von Kettwig bis nach Leithe:
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Re: Zugunglück in Ibbenbüren!

Beitragvon Shutterspeed » Sonntag 17. Mai 2015, 22:00

Wir sind ja alle keine Physiker und spekulieren irgendwo. Der Fahrer, der den Güllewagen verloren hatte, versuchte ja noch den Tf zu warnen. Wenn die Untersuchungsergebnisse dazu führen, dass ein Defekt an der Anhängerkupplung des Traktors zum Unfall führte, dann muss der Fahrer mit dem Gedanken leben, dass er für den Tod von Menschen verantwortlich ist. DAS ist dann auch verdammt hartes Brot für den Mann. Es gab Menschen, die an solchen Folgen scheiterten und ihr Leid mit Suizid beendet hatten. Das ist alles so eine riesengroße Sch*****, aber der Mensch ist eben nicht perfekt, auch wenn es diese "Schlaumeier" gibt, die nach einem Unfall wieder alles besser wissen. Vielleicht ist das hier mein letzter Beitrag. Weiß man´s? Ein Freund von mir ist von jetzt auf gleich eine Treppe heruntergefallen und hatte sich den Schädel eingeschlagen - tot. Keiner von uns kann wissen, wie weit man kommt...und das ist gut so!
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