beweglicher Schiebetritt

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SmeD
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beweglicher Schiebetritt

Beitragvon SmeD » Sonntag 20. Januar 2013, 00:38

Hallo zusammen,

ich hab da mal eine frage, denn die neuen ET 430 für Stuttgart haben laut beschreibung einen "beweglichen Schiebetritt".

Ein besonderes technisches Schmankerl ist der bewegliche Schiebetritt
an allen Türen. Bevor sich die Türen öffnen, fährt er automatisch
aus und überbrückt die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante.
Soweit in der Beschreibung.

Wie genau funktioniert das denn mit diesen Tritten? Ich hab das noch nie live gesehen. Ich stand gestern nämlich in Plochingen und hab auf die Bahn gewartet und da ist mir die Frage aufgekommen. Denn der Höhenunterschied waren so geschätze 10 bis 15cm zwischen Bahnsteig und Zugeinstiegskante.
Zuletzt geändert von SmeD am Sonntag 20. Januar 2013, 01:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Fabian318
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Re: beweglichrr Schiebetritt

Beitragvon Fabian318 » Sonntag 20. Januar 2013, 00:49

Die sehen bei den FLIRTs so aus:

Bild

Das ist hier der Schiebetritt, zusätzlich haben die Fahrzeuge hier im Bild auch noch eine Spaltüberbrückung unmittelbar auf Höhe des Einstiegs (ebenfalls erkennbar).

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Ruhrpottfahrer
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Sonntag 20. Januar 2013, 07:50

Beim 430er ist der Tritt direkt unter der Tür im Boden eingelassen und wird dann ausgefahren bei Bedarf.
Im übrigen nennt sich das Ding Spaltmaßüberbrückung.

Gruß

Eric
Frauen behandelt man am besten wie Diamanten, man trägt sie mit Fassung :)

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majc
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon majc » Sonntag 20. Januar 2013, 10:12

Gibts bei der S-Bahn Berlin bei der BR481/482 auch.
In diesem Sinne: "Mind the gap!" ;-)
This train terminates here. All change please, all change.

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Fabian318
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon Fabian318 » Sonntag 20. Januar 2013, 11:08

Ruhrpottfahrer hat geschrieben:Beim 430er ist der Tritt direkt unter der Tür im Boden eingelassen und wird dann ausgefahren bei Bedarf.
Im übrigen nennt sich das Ding Spaltmaßüberbrückung.


Ja, wie bei dem FLIRT im Bild also auch.

SmeD
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon SmeD » Sonntag 20. Januar 2013, 13:14

Okey danke :D Muss der Tf die Spaltmaßüberbrückung freigeben oder wird das irgendwo gespeichert und fährt dann automatisch aus bei bedarf?

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Fabian318
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon Fabian318 » Sonntag 20. Januar 2013, 14:02

Vor der Türfreigabe muss s. i. w. "Schiebetritt", "Spaltüberbrückung" oder eben nichts ausgewählt werden, je nach Bahnsteig.

ChrisBln
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon ChrisBln » Sonntag 20. Januar 2013, 18:33

majc hat geschrieben:Gibts bei der S-Bahn Berlin bei der BR481/482 auch.
In diesem Sinne: "Mind the gap!" ;-)


Eine ganz kleine Variante davon gibts auch bei BR480 an der Tür zum Mehrzweckabteil - die öffnet entsrechend immer etwas später und die Leute hämmern wie blöd auf den Knopf oder machen den vorne stehenden an...

Ich weiß jetzt allerdings nicht genau, ob das auch unter Spaltmaßüberbr. läuft oder nen anderen Namen hat

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Flughafenbahnhof
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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon Flughafenbahnhof » Freitag 3. November 2017, 00:30

SmeD hat geschrieben:
Ein besonderes technisches Schmankerl ist der bewegliche Schiebetritt
an allen Türen. Bevor sich die Türen öffnen, fährt er automatisch
aus und überbrückt die Lücke zwischen Zug und Bahnsteigkante.
Soweit in der Beschreibung.

Ja. Soweit die Beschreibung. Vielleicht wird ab 2018 ja was draus. Bis dahin wird das Thema den Rollstuhlfahrern und den S-Bahn-Triebfahrzeugführern der "S-Bahn Stuttgart" noch viel Nerven kosten.

Ein Bundestagsabgeordneter hat die Erfahrungen eines Betroffenen auf seiner Homepage veröffentlicht:

Die neuen S-Bahnen der Baureihe ET 430 sind durch die neue Einstiegshöhe zu einer (weiteren) Barriere geworden. (…) Konnte ich beim Vorgängermodell noch ohne fremde Hilfe ein- und aussteigen, ist dies nun nicht mehr möglich. Auch auf den in den Vorgängermodellen gut zugänglichen Innenstadt-Haltestellen Schwabstraße, Feuersee, Stadtmitte, HBF kann ich nicht mehr in den Zug ein- oder aussteigen, ohne dass mir der Zugführer die Rampe zur Verfügung stellt. Dies ist für alle Parteien ein Ärgernis. Für mich als Betroffenen, für den Zugführer, der einen enormen Mehraufwand hat, um die sehr schweren neuen Rampen zurecht zu legen und zusätzlich seinem Zeitplan hinterherhetzen muss und die anderen Zuggäste, die im schlimmsten Fall einige Minuten mit dem Zug stehen müssen. Hinzu kommt, dass die Zugführer häufig vergessen, an welcher Haltestelle ich wieder aussteigen möchte. Wenn dann andere Fahrgäste nicht schnell reagieren und an die Führerkabine klopfen, fahre ich ungewollt weiter …

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Das "besondere Schmankerl" nur noch ein Eigentor

Beitragvon Flughafenbahnhof » Freitag 20. April 2018, 13:01

Die S-Bahnen der Baureihe 430 sollten in Stuttgart moderner sein, als die in Frankfurt.

Der Hersteller versprach mit den für Stuttgart bestellten S-Bahnen BR 430 ein "besonderes Schmankerl": die Schiebetritte.

Daher sollten die S-Bahnen in Stuttgart - und nicht die in Frankfurt - die modernsten S-Bahnen Deutschlands sein. Der dafür entscheidende Unterschied sind (oder waren) die Schiebetritte (und die dadurch angehobene Einstiegshöhe und angehobene Wagenboden).

Der z.B. in Tunnelbahnhöfen erhöhte Einstiegsbereich führte schon zu vielen Stolper-Unfällen z.B. auf der Stuttgarter Stammstecke, und das wird sich bis zur Bestellung und Auslieferung neuer S-Bahnen (in einigen Jahrzehnten?) wohl auch nicht mehr ändern.

Rollstuhlfahrer haben in der Stuttgarter Innenstadt nicht selten eigene mobile Rampen dabei, um auf der Stuttgarter Stammstrecke mit dem Rollstuhl in die "modernsten S-Bahnen Deutschlands" gelangen zu können.

Siehe:
Bild

Bild

Früher, mit dem ET 420 und ET 423, brauchten sie so was nicht - und sie brauchten auch keinen Begleiter (für die mobilen Rampen).

Die Schiebetritte funktionieren endlich - nach langen erfolglosen Jahren. Aber sie werden nicht überall ausgefahren.

In Stuttgart selbst nennt man die Schiebetritte nicht mehr "Schmankerl", sondern "Eigentor", da sie bei jedem Ausfahren und Einfahren zusätzliche Sekunden kosten.

Beim Stuttgarter S-Bahn-Gipfel 2018 wurde das noch mal ganz deutlich.

"Die S-Bahn-Gipfel, die nichts anderes sind als Sitzungen des regionalen Verkehrsaussschusses, begannen, als vor fünf Jahren das Desaster mit den automatischen Schiebetritten die neuen S-Bahnen ET 430 stoppte. Jetzt kommen die Züge technisch nachgerüstet mit funktionierenden Tritten in den Regelbetrieb. Jedoch sind die Haltezeiten länger als beim Vorgängermodell. Angesichts der Zeitprobleme ist das mehr als unbefriedigend – ein Eigentor."

Siehe Pressebericht der STUTTGARTER ZEITUNG vom 18.04.2018: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inha ... 2b2c1.html

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Re: beweglicher Schiebetritt

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Freitag 20. April 2018, 16:01

Perfekt! Wofür werden dann überhaupt teure Speziallösungen in den Zügen montiert, wenn es doch so einfach geht?

DAS würde Millionen sparen und die Herstellung und den Betrieb der Züge deutlich billiger und einfacher machen!
In Frankfurt geht es ja auch!


Eric
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beweglicher Schiebetritt

Beitragvon Flughafenbahnhof » Samstag 21. April 2018, 19:17

Ruhrpottfahrer hat geschrieben:Wofür werden dann überhaupt teure Speziallösungen in den Zügen montiert...?

Mit der Forums-Diskussion letztes Jahr beim Thema "Tunnelbahnhof Stuttgart Flughafen und die Bahnsteighöhe" (unter S-Bahn Netze - Deutschland; Stuttgart;) ist bei mir die Erkenntnis gewachsen: man sollte sich von Herstellern nicht alles aufschwatzen lassen.

S-Bahn-Verantwortliche sollten wissen, dass das Thema Bahnsteighöhen nur auf Bundesebene wirksam gelöst werden kann. In den letzten Jahren hat sich hier nichts verbessert. Eine S-Bahn Stuttgart kann hier alleine nichts lösen, auch nicht mit Schiebetritten. Eine S-Bahn muss nun leider mal die Gleise mit anderen Zügen teilen. Da haben es U-Bahnen besser, denn sie fahren unabhängig auf komplett eigenen Gleisen und haben komplett eigene Bahnsteighöhen (da kommt ja auch das "U" her, bei der U-Bahn = unabhängig) .

Jetzt hat man noch lange Zeit "spezielle" ET 430 in Stuttgart und kann mit Frankfurt oder sonst wo nicht mehr tauschen (auch nicht aushilfsweise).

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) sollte auch meiner Meinung nach nicht so "hörig" sein, gegenüber den letzten verbliebenen großen Fahrzeugherstellern.


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