Deutsche Bahn in wirtschaftlichen Nöten

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Shutterspeed
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Deutsche Bahn in wirtschaftlichen Nöten

Beitragvon Shutterspeed » Montag 10. September 2018, 19:50

Aktuell berichten die Medien ziemlich intensiv über die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn, dem "Brandbrief" und die Kostensenkung. Da ist was im Busch und welche Auswirkungen das alles haben wird, ist wohl derzeit noch unüberschaubar. Hier dann mehr dazu:

https://www.zeit.de/wirtschaft/unterneh ... chard-lutz
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ET 422 als S9 auf der Ruhrflutbrücke in Essen

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Ruhrpottfahrer
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Re: Deutsche Bahn in wirtschaftlichen Nöten

Beitragvon Ruhrpottfahrer » Dienstag 11. September 2018, 06:58

Moin,

wenn ich als Unternehmen (Konzern DB AG) jedes Jahr x-Millionen Euro verbindlich an den Staat abführen muss, statt sie in den Konzern und seine Werte (Infrastruktur und Fahrzeuge) zu investieren, brauch ich mich nicht zu wundern!
DAS muss aufhören, mehr nicht!


Gruß

Eric
Frauen behandelt man am besten wie Diamanten, man trägt sie mit Fassung :)

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Shutterspeed
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Re: Deutsche Bahn in wirtschaftlichen Nöten

Beitragvon Shutterspeed » Donnerstag 13. September 2018, 12:12

Wer weiß, welchen Einfluss das auf Station und Service haben wird und somit auf die Sauberkeit von Haltepunkten und Bahnhöfen? Die "Zeitgenossen", die hier Dreck und Vandalismusschäden hinterlassen, werden ja keine Pause einlegen. Man wird also gezwungen sein, noch strengere Prioritäten zu setzen um den Vorgaben aus Berlin entsprechen zu können. Nur wie sehen diese Prioritäten aus? Wird schwierig und das ist nur ein Beispiel von vielen, die man nennen könnte.
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ET 422 als S9 auf der Ruhrflutbrücke in Essen

Attus
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Re: Deutsche Bahn in wirtschaftlichen Nöten

Beitragvon Attus » Freitag 14. September 2018, 23:31

Die Bundesregierung verlangt, dass die Bahn die Fahrgastzahlen im Fernverkehr bis 2030 verdoppelt. Klar, vom heutigen Kabinett werden in 2030 nur einige, oder vielleicht gar keiner im Amt sein, so ich erwarte nicht, dass dann jemand nachfragt, ob es gelungen sei, doch ist es eine ganz klare Ansage aus der Seite der Regierung. Dumm ist nur dass es praktisch unmöglich ist. Die Züge sind in der Hauptverkehrszeit voll, die Bahnstrecken ebenso. Freie Kapazitäten gibt es zwar, aber vor allem in Strecken wo, und in Zeiträumen wann sowieso niemand fahren wird, in leeren Gegenden, und in der Nacht - und einige Haupstrecken sind sogar in der Nacht voll mit Güterzüge.
Die Bahn kämpft stets mit Engpässe, in Köln zum Beispiel wäre es ganz einfach, die Fahrgastzahlen deutlich zu steigern, gäbe es die dazu benötigte Kapazität.
Doch das Geld reicht nicht einmal um die marode Infrastruktur instand zu halten, deren Zustand verschlimmert sich Jahr für Jahr. Das Rollmaterial ist mehr oder weniger in Ordnung, es könnte zwar besser sein, da sehe ich keine schwerwiegende Probleme, die Infrastruktur hingegen kann nicht einmal die heutigen Bedürfnisse richtig bedienen, von der gewünschten Fahrgastzahlsteigerung ganz zu schweigen.
Klar, die Bahn ist nicht mehr vernachlässigt, als andere Infrastrukturelemente, das Straßennetz ist in katastrophalem Zustand, auf das Internet- und Handy-Netzwerke kann Deutschland in europäischem Vergleich auch nicht stolz sein. Wenn ein Verkehrsminister sich vier Jahre lang mit nichts anderes als die Ausländermaut beschäftigt, soll man eigentlich nicht überrascht sein, dass es große Probleme mit der Infrastruktur gibt.

Letztes Jahr fuhren ca. 143 Millionen mit den IC/ICE-Züge. Die Berliner S-Bahn alleine hatte dreimal so viele Fahrgäste. Die S- und Regionalbahnen werden von der Regierung nicht mal erwähnt, der Verkehrsminister selber spricht öfter von Fahrverbote als von der Bahn. Klar, für die sind die Länder und die Kommunen zuständig. Doch die benutzen die gleichen maroden Bahnhöfe, teilweise die gleichen Gleisanlagen sogar, wie die ICE.

Man sollte, nee, müsste investieren. Im ersten Schritt soll die für die Instandhaltung und Sanierung der vorhandenen Infrastruktur verfügbare Summe ca. verdoppelt werden. Das ist das wichtigste, und es könnte sogar ganz schnell gemacht werden. Es geht um einstellige Milliarden, im Jahresetat des Bundes und der Länder gibt es definitiv die Möglichkeit, so viel Geld zur Verfügung zu stellen.
Danach soll man die Möglichkeiten, die Infrastruktur zu erweitern bzw. entwickeln, modernisieren, überlegen. Maßnahmen wie Stuttgart 21 seien nur erlaubt, wenn die Finanzierung völlig klar ist, und gesichert ist, dass nicht ein einziger Bahnhof zehn Jahre lang ein Drittel der Infrastrukturausgaben der Bahn belegt.

Sonst hat Herr Lutz nur die Möglichkeit, zu behaupten, was eine noch wichtigere Person vor drei Jahren sagte, nämlich, dass sie es schaffen. Und er kann hoffen, dass er nie erklären muss, warum diese ehrgeizige Ziel nicht erreicht wird.


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